Jahrgang 
1894
Seite
137
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würde.(Dr. Eder, die chemischen Wirkungen etc. pag. 23.)

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Nr. 14. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 137 Subbromid unter einer Bromkaliumlösung eine grosse Neigung zeigt sich in ein Normalbromid umzuwandeln, und dass dieser Vorgang thatsächlich unter entsprechenden Verhältnissen immer stattfindet; es würde sounst nicht möglich sein, eine bochempfindliche Platte durch Bebandlung mit einer Bromkalium- lösung sehr wenig empfindlich zu machen. Da nun aber durch die Licht- wirkung(im Abneyschen Experiment) immer ein Subbromid gebildet wird, so wird auch unter der Bromkaliumlösung immer eine Zurückbildung erfolgen müssen.

Ueberschüssiges Bromkalium wirkt immer verzögernd ein, sowohl auf Bromsilber als auf Jodsilber, auch wenn das Bromkalium wieder ausgewaschen Wenn man nun in der Praxis schon Bromkaliumlösungen bei Ueberexpositionen anwendet, so ist mir nicht recht erklärlich, wie grade dieselbe Lösung während der Belichtung Solarisation verursachen soll, es müsste denn der einzig mögliche Fall vorliegen, dass die Bromkaliumlösung die weniger brechbaren Strahlen theilweise absorbire, so dass dieselben erst nach sehr langer Belichtung einwirken könnten.

Wenn ich einen analogen Fall im Positivverfahren anführen soll, glaube ich die Wirkung einer überschüssigen Bromkaliumlösung wie im vorliegenden Falle am besten an einer Chlorsilberemulsion ohne überschüssiges Silbernitrat erklären zu können. Wenn man mit dieser directe Copirversuche austellt, wird man kein erfreuliches Resultat erhalten, während man mit Beliehtung und Entwieklung das wünschenswerthe erzielt. Der Vorgang ist nach meiner Ansicht sehr leicht dadurch erklärlich, dass im ersten Falle nur wenig Silber- chlorür gebildet wird, indem das ausgeschiedene Chlor, welches nicht absorbirt wird, eine Zurückbildung veranlasst; diese Zurückbildung tritt um so eber ein je weniger Chlor ausgeschieden wurde, und man erhält dadurch ein schwaches, monotones Bild. Bei Anwendung von chlorabsorbirenden Medien, wie Entwickler oder Silbernitrat in der Emulsion, wird eine entsprechende genügende Menge des(gefärbten) Silberchlorürs gebildet werden, wie es der Lichteinwirkung entspricht.

In diesem Falle übt also das überschüssige Chlor eine, wie man sagen könnte, antipbotographische Wirkung aus, welche sich unter entsprechenden Verhältnissen auch beim Brom- und noch stärker beim Jodkalium findet. Bei letzterem ist ja bekanntlich die Wirkung eine so grosse, dass es damit be- handeltes Jodsilber, mit überschüssigem Silbernitrat erzeugt, nahezu unem- pfindlich macht. Auch im Eutwickler übt es nach meinen und Anderer Erfabrungen einen sehr stark verzögernden Einfluss aus.

Wenn daber Abney bei unter Bromkalium exponirten Bromsilberplatten Solarisation erhielt, so ist, nach meiner Ausicht, die Bromkaliumlösung hieran nicht Schuld und meine aus den von mir angezogenen Experimenten gezogenen Sehlüsse sind für mich vorläufig noch immer bestimmend.

Mit der grössten Hochachtung Ihr ergebener W., den 6. Mäarz. J. v. Norath.

Sprechsaal.

Unter dieser Rubrik stellen wir unsere Spalten JOedermann soweit möglich zur Meinungsäusserung frei, dem nicht anonymen Einsender die Vertretung selbst überlassend.

Der Artikel: Ueber das Verbleichen tonfixirter Celloidinbilder von S. Jacobi im Sprechsaal Nr. 11 dieses Blattes erfordert, was den chemischen Theil angeht, eine Richtigstellung.

Es ist darin gesagt, in dem Tonfixirbade seikeine Spur von Bleiver- bindung enthalten. Diese Bebauptung ist vollstäàndig unrichtig.

Wie sich Jeder leicht überzeugen kann, sind in dem klar filtrirten Ton- fixirbade grosse Mengen von Blei nachzuweisen, so z. B. durch chromsaures Kali: gelber Niederscblag von chromsaurem Blei, oder durch Sechwefelalkalien (Scehwefelnatrium, Schwefelammonium, Schwefelleber): schwarzer Niederschlag von Schwefelblei, oder durch Zinkmetall: Bleibaum.

Auch die geringe Menge des auf dem Filter verbleibenden gelblichen Rückstandes zeigt schon zur Genüge, dass ein grosser Theil des angewendeten essigsauren und salpetersauren Bleis in Lösung gegangen sein muss.