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Nr. 14. Deutsche Photographen-Zeitung 1894.
verwendeten Kosten einen möglichst grossen Theil für die Lichterzeugung zu verwerthen.
Zunàchst verwenden wir glühende feste Körper, wie sie beispielsweise bei der, freilich etwas kostspieligen, für Aufnahme von Momentphotographieen und zuweilen für Theaterbeleuchtung verwendeten Verbrennung des Magnesiums ent- stehen. Meist aber bringt man die festen Körper indirect zum Glühen, indem man sie in eine heisse, aber für sich kaum leuchtende Flamme einbringt. In den meisten Fällen geschieht dies durch Abscheidung glühender Körper, des Kohlenstoffes in der Flamme eines Kohleuwasserstoffes. So geschieht dies in den Flammen unserer Kerzen, in den Gas- und Petroleumflammen. Wird viel Luft, das beisst Sauerstoff, zugeführt, so verbrennen diese Körper gleich voll- ständig mit matt leuchtender Flamme. Bei geringerem Luftzutritt scheidet sich aber Kohle in der Flamme aus, welche glüht. Wir müssen nun den Luftzutritt (durch Lampencylinder zum Beispiel) so reguliren, dass diese Abscheidung in richtigem Verhältniss zu den derart verbrennenden Gasen erfolgt, dass die Kohle möglichst stark weiss glüht und auf der Oberfläche der Flamme voll- ständig verbrennt. In anderer Art bringt man in eine wenig leuchtende Flamme, beispielsweise in eine Bunsensche Gasflamme, feste Körper, wie Platindrähte, oder besser, lässt man in dem, leider noch nicht allgemein verwendbaren Drummondschen Licht einen mit Sauerstoff gemischten brennenden Strom von Leuchtgas auf einen Kalkeylinder fliessen, welcher dadurch lebhaft weiss glüht.
Oder man hängt, wie in dem Auerschen Glüblicht, in eine Bunsensche Flamme von oben eine aus Zirkouerde und anderen Oxyden gebildete, netz- artige Haube und regulirt den Gasstrom durch einen Glascylinder. Auch hier sucht man durch eine möglichst hohe Temperatur die Lichtausgabe im Ver- bältniss zur Wärmeausgabe möglichst zu steigern und dadurch den Preis des Lichtes zu verringern. Es ist zu hoffen, dass durch Beseitigung der leichten Zerbrechlichkeit des Zirkonnetzes und die allmähliche Lichtabgabe desselben dureb Krystallinischwerden, sowie die etwas grüne Färbung des schönen Lichtes die Gesammtkosten noch weiter vermindert werden. Immerhin wird noch eine grosse Wärmemenge für Lichterzeugung hierbei verloren; die Nachbarschaft der Lichtquelle, Lampe, Cylinder, werden sehr heiss. Dieser Warmeverlust wird wesentlich vermindert, wenn man, wie in den galvanischen Glühlampen, den galvanischen Strom durch die nicht schmelzbare und niecht füüchtige, in mögliechst lufileeren Glasglocken ausgespannten Koblenfaden leitet. Dieselben werden dadurch zur lebhaften Weissgluth gebracht. Die secundäre Wärme- Ausgabe ist hierbei nicht allzu gross; die Glaskugeln erwärmen sieh mässig. Ein über sie gehängtes, mit Schwefeläther getränktes Tuch entzündet sich auch beim Zerschlagen derselben nicht. Noch höhere Temperaturen und infolge- dessen ein relativ noch billigeres Licht erhält man beim Uebergang des gal- vanischen Stromes zwischen zwei einander genäherten Koblenspitzen, wie bei den galvanischen Bogenlampen. Die Kohlenspitzen erglühen sehr bell, der sich schwischen ihnen bildende„Lichtbogen“ ist verhältnissmässig dunkel.
Auch in diesen Fällen werden die den Kohlenbogen umgebenden Körper, das Gebäuse der Lampe etc. sehr stark durch die entweichende Wärme, welche nicht zur Lichtbildung beiträgt, erhitzt. Auch werden die Zuleitungen zu den Glüh- und Bogenlampen in dem von der Centralstelle ausgehenden Leitersysteme erwärmt, und dieser Verlust kommt der Lichterzeugung nicht zu Gute.
Man hat indessen Lichtquellen entdeckt, wo Lichtschwingungen nicht erst durch stark erhitzte glühende Körper ausgesondert werden. Durch Werner und William Siemens ist nachgewiesen, dass Gase, welche in einem Ofen selbst auf sehr bohe Temperatur erhitzt werden, nur ultrarothe, nicht leuchtende Wärme- strablen aussenden. Verbrennt man indessen Schwefel oder Phosphor im Sauer- stoff, so entstehen dabei zuerst nur Gase, die durchaus nicht eine hohe Tem- peratur haben. Dennoch leuchten sie. Man nimmt an, dass bei dem chemischen Process der Verbrennung die mit den Körpertheilchen verbundenen Aetber- theilchen direct in sichtbare Schwingungen gerathen. In ähnlicher Weisse leuchtet bei gewöhnlicher Temperatur Phosphor an der Luft. Derartige Licht- erzeugungen ohne eine Temperaturerhöhung, wie sie festen Körpern ertheilt werden müsste, um sie in gleicher Weise zum Leuchten zu bringen, nennt


