Jahrgang 
1894
Seite
134
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Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. I.. Vyr. Ils

die Sonne. Die von ihr erzeugte Bewegungsenergie gelangt nach unseren verſſel gegenwärtigen Vorstellungen zu uns durch Schwingungen eines sehr feinen, verser das ganze Weltall durchziehenden Stoffes, des Lichtäthers. Nach verschiedenen 7 Speculationen würden 100 kg dieses Körpers den ganzen Raum unserer Erd- der, f kugel auszufüllen vermögen. Seine Existenz wird daraus gefolgert, dass sehr 2uWſil wenig dichte Körper im Weltall, beispielsweise der Enkesche Komet, sich so steb n bewegen, als fänden sie auf ihrer Bahn einen Widerstand gegen ihre Bewegung. maus Um die als Schwingungsenergie des Aethers zu uns gelangende Sonnen- den p energie aufzufangen und zu messen, lassen wir die Sonnenstrahlen auf einen Koh'er mit Wasser gefüllten, auf der der Sonne zugekehrten Seite geschwärzten und Ien F ein Thermometer enthaltenden Blechkasten, das Actinometer, fallen. Das Wasser Loft erwärmt sich, woraus man folgern kann, dass auf 1 qm der Erde in der Minute stänſi soviel Wärme fällt, dass dadurch 1 kg Wasser um 4 ½° C. erwärmt werden aber Kkönnte. Berechnet man hiernach die Abgabe der Sonne nach allen Seiten, So(dn wäre sie so enorm gross, dass dadurch eine die Sonne umgebene Eisschicht rich ig von 800 m Dicke geschmolzen werden könute, eine Wärmemenge, wie sie auch Kohh durch Verbrennen einer 3 m dicken, die Sonnenoberfläche bedeckenden Schiecht staoſi Kohle geliefert werden könnte.. beisit Wir suchen nach den Ursachen dieser enormen Wärmeerzeugung in der oder! Sonne. Zuerst könnten wir letztere als einen glübenden Körper anseben, der Drunh seine Wärme nach aussen abgiebt. Dann würde aber, selbst in den günstigsten Leuch Fällen, die Sonne sich in den uns bekannten bistorischen Zeiten, 6000 Jabren, schon sehr merklich abgekühlt haben. Und doch bemerken wir keine Aende- Plauü- rung des mittleren Klimas auf der Erde. Dann könnte die Sonne aus ver- ariißh brennenden Körpern, beispielsweise Kohle, bestehen. Zur Deckung ihrer Energie- dueti ausgabe in bistorischen Zeiten würde sie aber schon fast auf die Hälfte ver- brannt sein, was wir sicher beobachten könnten. Endlich können ähnliche Processe stattfinden, wie bei der auf einer Unterlage auftreffenden Bleikugel. Im Weltenraum findet sich neben den Fixsternen, Planeten und ihren Monden eine Menge kleinerer Körper, Meteoriten, Kometen etc. Wenn diese in ibren Babhnen gehemmt werden und in die Sonne fallen, so erzeugen sie relativ so viel mehr Wärme als beispielsweise die Verbrennung eines gleichen Gewichtes Kohle. Würde die Erde in die Sonne fallen, so würde ihr Verlust an Be⸗ wegung die Ausgabe der Sonne für 95 Jahre decken, und doch würde man dies bei der Grösse der Sonne nicht bemerken.

Diese grossartigen Anschauungen verdanken wir Robert Mayer in Heilbronn. Sie sind von Helmholtz ausgedehnt und verarbeitet worden; einige Jahre nach Robert Mayer hat sie auch der englische Physiker William Thomson veröffentlicht.

Zum Studium der von der Sonne zu uns gelangenden Schwingungen zZer- legen wir sie durch ein Prisma in ein Spectrum, welches uns zunächst die Reihenfolge der Farben: roth, gelb, grün, blau, violett, zeigt. Führen wir aber die geschwärzte Kugel eines äusserst empfindlichen Thermometers oder noch feinere Messapparate durch das Spectrum, so erwärmt sich derselbe nicht nur in den bellen Theilen des Spectrums, sondern auch noch jenseits des Roths; und bringen wir in den Raum jenseits des Violetts photographisch präparirtes Papier, so wird es daselbst geschwärzt. Wir schliessen daraus, dass ausser den sicht- baren Theilen des Spectrums die Sonne uns noch ultrarothe und ultraviolette Strahlen zusendet, die wir freilich nicht direct sehen können. Dies liegt aber nur in Mängeln des Auges. So gehen die ultravioletten Strahlen gar nicht durch die vorderen Theile des Auges bis zur lichtempfindlichen Netzhaut, und viele Menschen können auch von den anderen sichtbaren Strahlen einzelne nieht sehen. Sie sind z. B. für Roth, für Blau etc.farbenblind. Das Verhalten jst hier ganz analog dem des Schalles, wo auch die tiefsten und höchsten Töne, die ebenso wie die ultrarothen und ultravioletten Theile des Spectrums sehr langsamen oder sehr schnellen Schwingungen entsprechen, auch nicht gebört werden können. Uebrigens tritt von der Sonnenstrahlung weitaus die grössere Menge in den unsichtbaren ultrarothen Theilen des Spectrums auf, so dass ein grosser Theil derselben für Leuchtzwecke verloren geht. 3

In Ermangelung des Sonnenlichtes müssen wir uns künstliche Licht- quellen schaffen. Dabei ist unsere Aufgabe, von den auf die Beleuchtung