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Nr. 12. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 121
herbeizuführen. Dieser Apparat bezweckt, die Sehthätigkeit beider Augen zu gleicher Zeit auf jedes der beiden zusammengebörigen Bilder zu concentriren und das Zusammenfallen der identischen Punkte des Bildes an den correspon- direnden Stellen der Netzhaut zu erleichtern.
2) Das batoptrische Stereoskop von Wheatstone.
Wheatstone construirte zuerst 1838 zu diesem Zwecke sein Spiegel-Stereo- skop(s. Wheatstone, Poggend. Annal. I, Ergbd.). Er erkannte zuerst die Nothwendigkeit für das Sehen des Körperlichen, dass das Bild des rechten Auges nur vom rechten, das des linken Auges nur vom linken gesehen werde, wobei die identischen Punkte beider Bilder auf die corre- spondirenden Stellen der Netzhaut in den bei- den Augen fallen müssen.
Im Wheatstoneschen Spiegel-Stereoskop befinden sich inmitten zwei rechtwinklig gegen- einander gekehrte Planspiegel. Rechts und links von diesen sind die beiden zusammen- gehörigen, aber von einander entfernten Bild- hälften des Stereoskopbildes vertikal ange- bracht und zwar gegen die Spiegel verschieb- bar, damit sie in der Entfernung des deut- lichen Sehens für die Augen 00, die über dem
— rechten Winkel in die Spiegel sehen, ein-
Fig. 3. gestellt werden können. Die beiden ge-
spiegelten virtuellen Bilder vereinigen sich zu einem gemeinsamen virtuellen
plastischen Bilde binter der Hypotenuse der beiden Spiegel Katheten, wo das- selbe von dem betrachtenden Augenpaare deutlich körperlich gesehen wird.
Dieses Stereoskop ist jetzt nicht mehr gebräueblich. Dennoch hat es den Vortheil, dass man damit bedeutend grössere Bilder als die jetzt üblichen zur plastischen Erscheinung bringen kann. Das plastische Bild erscheint aller- dings entfernter als in den jetzt üblichen Stereoskopen und deshalb für manche Augen weniger deutlich und dunkler.
5) Das Stereoskop von Brew'ster.
Dasselbe ist im Gegensatz zu dem katoptrischen Stereoskop von Wheat- stone ein dioptrisches(Fig. 4). Es enthält zwei Linsen I, welche dazu be- stimmt sind, dem durch dieselben blickenden Augenpaare die Sehrichtung gegen die beiden Bilder bb anzuweisen und dieselben zugleich etwas zu vergrössern(s. Breuwster, Report of the British Assoc. 1849). Die ersten Stereo- skope nach diesem System für den Vertrieb wurden von Dubosgq in Paris 1850 hergestellt. Dieselben besassen kleine prismatische Linsen; später wurden die Linsen dazu in grösseren Durchmessern und ohne Röhren angewendet. Jahrzehnte bindurch blieb man vorzugsweise bei der von Brewster eingeführten Construction der Linsen als nach aussen zu dicker werdenden biconvexen Prismen— nichts Anderes als kreisrund geschnittene halbe Convexlinsen, deren Randpartie nach innen gekehrt wurde. Die durch solche Linsenconstruction von Brewster beabsichtigte ver- ànderte Strahlenrichtung und Verlegung von Abweichungen hat durchaus keinen Vortheil für das Resultat und man gewöhnliche gute man damit stärkere Ver- grösserungen des plastischen Bildes bei kürzeren Linsenbrennweiten wagen darf, weil es sich schliesslich doch immer darum hapdelt, dass die Sehaxen der Augen und die Bildmitten in die Linsenaxen fallen. In meinem kleinen
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Etui für Portrait-Stereoskopbilder habe ich schon 1852 einfache Sammellinsen
mit bestem Erfolge angewendet. Es sind weitere Verbesserungen des seit 1850 durch alle Welt eingeführten Brewsterschen Stereoskops dadurch, geschehen, dass man grosse viereckige


