Jahrgang 
1894
Seite
120
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Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 12.

n vor dem Waschen erzielt man eine ausserordent- aber die Gelatine wird hornig, und die Empfind- platte nass, als wenn sie trocken ist..

Einen stricten Gegensatz zu den hochempfindlichen Emulsionen bilden die ganz gering empfindlichen Bromsilbergelatineemulsionen, und Bromsilberschichten mit einem anderen Träger als Gelatine. Es sind dies vielfach ungereifte Emulsionen, welche aber ganz andere charakteristische Eigenschaften zeigen. Die ausführlichsten Mittheilungen hierüber hat Herr Gaedicke gemacht. Er stellte sich eine Emulsion aus Bromsilber her, welebe erst bei fünfhundert- facher Vergrösserung ein Korn erkennen liess. Die Schicht ist nicht undurch- sichtig wie die einer hochempfindlichen Emulsion, sondern fast 8o klar wie Glas, sodass man die Schichtseite nur an einem leichten opalisirenden Schein

erkennen kann. Das Bild ist auch entsprechend dünn, deckt aber vorzüglich.

Die Empfindlichkeit derartiger Platten ist eine sehr geringe, etwa 1/0 120

einer hochempfiudlichen Trockenplatte. Eigenthümlich ist, dass man die Bilder der mit solchen Platten gemachten Aufnahmen u. s. w. in verschiedenen far- bigen Tönen entwickeln kann, z. B. grünlichschwarz, kalter Sepiaton, warmer Sepiaton, Rötbelfarbe. Die entwickelten farbigen Bilder kann man aucb ohne Umstände in einem Goldbade beliebig bis rein Blau tonen. Die Emulsion zeigt also der Chlorsilbergelatine analoge Eigenschaften. Es erklärt sich dies

aus dem Umstande, dass bei der Entwickelung nicht metallisches Silber nieder-

geschlagen, sondern ein Silberbromür gebildet wird. Die Emulsion eignet üglich zur Anfertigung von Diapositiven, Duplicatnegativen

sich daher vorzü und Negativen, nach welchen eine directe Vergrösserung hergestellt werden

soll, also auch für Mikrophotographie.(Schluss folgt.)

Bei sehr langem Stebe lich hohe Empfindlichkeit, a lichkeit ist grösser, wenn die

Das Stereoskop.

Von Hermann Krone, Dresden.

(Aus des Verfassers in Vorbereitung helinälichemn LehrbucheüberPhotographie, Bd. I. Kap. 28.) chluss.)

4) Das Stereoskop. Uebt man seine Augen, auf ein Stereoskopbild geradlinig, nicht conver-

gent, hinzuschauen, und lenkt seine Aufmerksamkeit hierbei ausschliesslich auf einen einzigen, besonders hervorragenden, zuerst doppelt erscheinenden iden- tischen Punkt der beiden Bilder, so erlangt man durch wiederholtes Einüben dieses Experimentes sehr bald die Fertigkeit, die beiden Bilder dieses Punktes näher und näher an einander zu zwingen, 30 dass Sie endlich zusammenfallen. In diesem Augenblicke decken sich alle identischen Punkte dieser beiden Bilder und p und man sieht nun ein in allen seinen Einzelnheiten oörperlich erscheinendes Bild c. Bebält man diese Stel- lung und den Abstand des Bildes in der deutlichen Sehweite ganz unverändert bei und richtet nur den Blick bald etwas nach rechts, bald etwas nach links, so er- scheinen neben dem in der Mitte befindlichen plastischen ; Bilde rechts und links noch je ein Bild, al und bu. A welche jedoch nicht plastisch wirken, dicht anschliessend an das plastische Mittelbild. Es sind dies in der That 8 3 die beiden Bilder, aus denen sich das plastische Mittel- 3 4 bild zusammensetat, aber um den Durchmesser dieses Fig. 2 Mittelbildes auseinander gerückt. Der Vorgang ist aus

.2. Fig. 2 zu ersehen.

Hat man diese Fertigkeit erlangt, so kann man schon waͤhrend der Be⸗ nandlung neu aufgenommener Stereoskopbilder dieselben auf ihre Richtigkeit prüfen, andernfalls auch an fremden Bildern durch den blossen Anblick er- kennen, ob sie falsch aufgezogen oder fehlerhaft bergestellt oder etwa gar nicht stereoskopisch aufgenommen sind.

Im Allgemeinen jedoch bedarf es eines dazu bestimmten Apparates, den

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wir Stereosrop nennen, um den plastischen Eindruck eines Stereoskopbildes

Nr. E.

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