Jahrgang 
1894
Seite
116
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Deutsche Photographen-Zeitung 1894. N. 12.

so weit heruntergekommen sei, dass sie nun so bandwerksmässig betrieben werden müsse, bittet aber alle Mitglieder, den Antrag voll und ganz zu unter- stützen; ebenso Herr Wilke. Herr Kruse erklärt sich ebenfalls damit ein- verstanden, bezweifelt aber die Möglichkeit, dass in Altona wohnende Mitglieder der Gesellschaft den Schutz der in Hamburg zu bildenden Innung geniessen könnten, Hierauf entgegnet Herr Dahlström, dass die Photogr. Gesellschaft nicht in eine Innung umgewandelt werden solle; Beides bestände neben einander. Die in Altona und Schleswig-Holstein wohnenden Mitglieder müssten selbstständig eine Innung bilden, dem auch nichts im Wege stände. Bedeutendere Kosten würden nicht entstehen, als nur die für den Druck der Innungsparagraphen. Herr Petersen lässt abstimmen, ob die Mitglieder im Princeip mit dem Anutrage einverstanden und dafür sind, dass die bisherigen Commissionsmitglieder mit der Ausarbeitung der Statuten beauftragt werden sollen. Der Antrag findet lebhaften Beifall und wird einstimmig angenommen. Die Commissionsmitglieder nehmen die Wahl an. Alsdann wird zur Neuwahl des Vorstandes geschritten.

Es wird als I. Vorsitzender Herr Th. Petersen wiedergewählt, II. D. Wettern gewählt, protokoll. Secretair Otto Stiegler wiedergewäahlt, Correspondent H. Köster Archivar F. A. Dahlström Cassirer w. Gerlieh

durch Zuruf als Cassirer für die Unterstützungscasse Herr Behrens wieder- gewählt, in die Prüfungscommission für die Casse Herr D. Wettern und als Stellvertreter in Abwesenheit Herr W. Wilke. Sämmtliche Gewählte nehmen die Wahl dankend an.

Der vomVerein zur Pflege der Photographie und verwandter Künste in Frankfurt a. M. eingegangene Brief wird verlesen. Das Vorhaben findet allgemeines Interesse; es wird jedoch von der Wahl eines Delegirten vorläufig abgesehen und die Ansicht ausgesprochen, erst weitere Beschlüsse abzuwarten. Der Vorstand wird beauftragt, einen im obigen Sinne lautenden Brief an den Vorstand des Vereins gelangen zu lassen.

Hierauf bielt Herr Schaem seinen angekündigten Vortrag:Ueber beste praktische Wiedergewinnung der Silberrückstände. Chlorsilberhaltige Waseb- wässer bewahrt man am besten in einem irdenen Gefäss an dunklem Ort auf und schlägt das Cblorsilber mittels Salzes und Salzsäure nieder. Der so erhaltene Niederschlag wird filtrirt, gut getrocknet, mit gleichen Theilen folgenden Fluss- mittels: 8 Theile kohlensaures Kali, 4 Theile kohlensaures Natron gemischt und dann in einem Mörser gut gerieben. Zum Schmelzen nehme man einen hessischen Tiegel, den man dreiviertelvoll füllt und mit einer dünnen Schicht Salz bestreut. Dieses letztere verhindert das Herumspritzen des Silbers. Das Ganze wird mit einem Stück Dachpfanne bedeckt. Zum Schmelzen eignet sich, nach Erfahrungen des Herrn Schaem, ein sogenannter Kanonenofen sehr gut.

In diesen Ofen setze man den Tiegel, nachdem man vorher Feuer angemacht,

bedecke den Tiegel ganz mit Kohlen und lasse dann das Fener vollständig aus-

brennen, hüte sich jedoch vor Oeffnen der Ofenthüre, da dieses ein Springen

des Tiegels bedingen würde. Wenn das Feuer ausgebrannt ist, lasse man den Tiegel erkalten und zerschlage ihn. Auf diese Weise ergaben 10 g Chlorsilber 7 ¹¼ g metallisches Silber.

Gebrauchte Natron- und Goldbäder werden in einer Tonne gesammelt und

mit Schwefelleber niedergeschlagen, filtrirt, getrocknet, auf Eisenblech geschüttet und in den nunmehr angezündeten Ofen gestellt. Nachdem sie ausgeglüht sind,

lasse man sie erkalten, mische 7 Theile des geglühten Schwefelsilbers mit 8 Thellen dde zolseucen Flusswittile, 3 Theile kohlensaures Kali und 3 Theile ohlens. Natron und behandle sie weiter wie Chlorsilber. 10 g S silber ergaben 4 ½ g metallisches Silber und Gold. 5 s Sehwefelsithe

Die Silberpapierschnitze] verbrenne man in ei inigter 7. II einem gut gereinigten Ofen unter Zug, sammle die Asche, zerreibe sie in einem Mörser, mische 28 gleichen Theilen mit dem Flussmittel 4 Theile kohlens. Kali und 1 Theil kohlens. Natron

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