Jahrgang 
1894
Seite
107
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Nr. 11. 107

Deutsche Photographen-Zeitung 1894. heute auf photographisch-atronautischem Wege besorgt. Die Vorzüge der photo- aéronautischen Recognoscirungsmethode zeigten sich ganz besonders im Be- lagerungsdienst. Eine Festung oder eine vom Feinde besetzt gehaltene Stelle liesse sich nur dann mit Erfolg cerniren, wenn man nicht nur das Terrain, sondern auch die auf dem Terrain vom Feinde hergestellten Hemmnisse, wie z. B. Laufgräben, Wälle, Trancheen, Brückensprengungen, genau kenne. Diese Feststellungen besorgten aber heute Photographie und Luftschifffahrt-Techuik gemeinsam. Wolle man sich über ein Belagerungsgebiet oder über eine Stelle, anf der man eine Schlacht schlagen wolle, rasch orientiren, so lasse man jetzt einige mit photographischen Apparaten ausgerüstete Luftballons steigen und sehe sich die ganze Schäferei, die der Feind zur Befestigung seiner Stellung angelegt habe, von der Höhe aus an. Besser und rascher als der beste Cavallerieaufklärungsdienst liesse sich mittels Aufnahmen, die man von der Höhe aus im Luftballon mache und auf die Erde herunterbringe, im Kriege der Feind in seinen Stellungen und Bewegungen controliren und verfolgen. Photographie und Luftschifffahrt leisteten gemeinsam im Kriege heute somit Dienste von unschätzbarem Werthe. Da der heutige Krieg ein Ausbreiten der Truppen im freien Gelânde nicht zulasse, so müsse die Entfaltung der militairischen Streitkräfte zunächst auf bergigem und waldigem Terrain ge- schehen. Um diese zu ermöglichen, photographire man von der Höhe aus mittels Streifzügen im Luftballon das nicht freie feindliche Gelände. Jene Höhenbilder liessen bis zu 14 20 Kilometer im Umkreis jede feindliche Be- satzung oder Vertheidigungsvorrichtung deutlich erkennen. Sei einmal das Problem des lenkbaren Luftschiffes gelöst, dann gewänne die Photographie als zuverlässigstes militairisches Aufklärungsmittel im Kriege eine noch erhöhtere Bedeutung, weil es alsdann möglich sei, ohne Rücksicht auf Windströmungen leichter Art, photographische Aufnahmen bald hier, bald dort zu jeder Tages- zeit zu machen und sich über wichtige Truppenverschiebungen raschestens zu orientiren. Als drittes Hilfsmittel kàme das Telephon in Betracht. Mittels eines am Luftballon angebrachten, bis zur Erde reichenden telephonischen Kabels sei es möglich, die im Luftballon hergestellten photographischen Bilder über die feindliche Gefechtsformation etc. sofort durch Ablesen nach unten den eigenen Truppentheilen zu übermitteln, welche alsdann unmittelbar in Action treten könnten.

Auch liessen sich auf photographisch-aëronautischem Wege interessante Himmelserscheinungen und atmosphärische Erscheinungen fixiren, welche für die meteorologische Wissenschaft und die Erforschung von Witterungswechsel, Gewitterbildung, hellem und trübem Wetter von Bedeutung wären. Auch Voraus- bestimmung des Wetters, ob Regen, Wind oder klarer Tag, mit Hilfe photo- graphisch-aëéronautischer Höbenbilder spiele im Kriege eine Rolle. Die Be- deutung photographischer Höhenaufnahmen in militairischer Hinsicht müsse

in demselben Maasse wachsen wie die Fortschritte, die man in der Luftschiff-

fabrts-Technik mache, Verbesserungen brächten. Eine erleichterte, mit Sicher- heit functionirende, möglichst bewegliche Luftschifffahrt könne, in den Dienst der Photographie gestellt, mit dieser Wirkungen von weitgehendster Bedeutung erzielen und das auf den verschiedensten Gebieten, insbesondere im Feindesland. Aber auch der Kunst, der alpinen Wissenschaft und dem Vergnügen, der Aöronautik leisteten Luftschifffahrt und Photograpbie in ihrem Zusammenwirken schätzbare Dienste. Nothwendige Voraussetzung sei stets, dass Ballon und Gondel, in welcher sich der photograpbische Apparat befände, mit einer

festen Verbindungsstange mit einander verknüpft und so möglichst geringen

Schwankungen ausgesetzt seien. Auch die Landung müsse, um Erschütterungen

und Zerstörungen zu vermeiden, mit grösster Vorsicht und Entschlossenheit ausgeführt werden, weshalb es sich empfehle, das Ventil zur Herbeiführung von Gasausströmungen nicht allzu früh beim Landen zu öffnen.

Sprechsaal.

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Ueber das Verbleichen tonfixirter Celloldinbilder. Von S. Jacobi, Thorn. In der letzten Zeit ist viel Ungünstiges über das Tonfixirbad gesagt und

geschrieben worden, und die vielen Misserfolge geben scheinbar ein Recht zu