Deutsche Photographen-LZeitung 1894. Nr. 11.
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eine Aufnahme gemacht werden, 8o fixirt man die Camera zuerst auf zen nor zontat rnenre Stativbrett auf dem rechten Endpunkt der fͤr den vorliegenden Fall günstigsten Basisbreite, sodass die optische Axe in die Mitte des abzubildenden Körpers fällt, und merkt sich den in die Mittellinie der Mattscheibe fallenden Gegenstand, am besten einen von denen, die nicht zu nahe und nicht zu entfernt sind. Auf keinen Fall einen Gegenstand in nächster Nähe, weil hier stärkere parallactische Verschiebung auftritt.
Man schiebt jetzt, von hinten gesehen, die linke Haàlfte der Cassette vor den Ausschnitt und nimmt also so von der rechten Seite her das sich nach links projieirende Bild auf, das beim Seben vom rechten Auge Kahrgenommen wird. Nachdem diese Aufnabme geschehen, schiebt man die Camera auf dem Stativbrett nach links, fixirt sie daselbst im zweiten Markirungspunkte, dem linken Endpunkte der Basis, sieht zuvor nochmals an der Mattscheibe nach, und sorgt dafür, dass derselbe Gegenstand aus der Region mittleren Abstandes, der bei der rechten Aufnahme in die Mittellinie der NMattscheibe Fiel, auch hei dieser linken Aufnahme in der Mittellinie befindlich sei. Jetzt schiebt man die Cassette so weit ein, dass die unbelichtete rechte Hälfte der Platte durch den Ausschnitt Licht empfange, und nimmt so von der linken Seite her das sich nach rechts projicirende Bild auf, das beim Sehen vom linken Auge wahrge- nommen wird. Damit ist die Kreuzung der Sehaxen schon bei der Aufnahme auf der Platte selbst vollzogen und das stereoskopische Bild befiudet sich dadurch bereits in der richtigen Stellung seiner beiden Hälften auf der Negativplatte, ohne dass hier ein Zerschneiden und Umsetzen nöthig wäre.
Das so erhaltene Resultat muss nun darauf untersucht werden, ob die in Mittelentfernung befindlichen identischen punkte des Gegenstandes auch wirklich in der mittleren Entfernung der menschlichen Augen, und zwar höchstens 7,5 em, von einander abstehen. Wenn veiter auseinander, ist die Aufnahme zu wiederholen oder beim Fertigmachen des Bildes zu reguliren. In diesem Falle muss man auseinander schneiden, aber nicht umsetzen. 7,0 em genügt auch, 8,0 ecm ist schon zu weit auseinander; dann decken sich die beiden Bilder für die meisten Augen nicht mehr zu einem plastischen Bilde, sondern bleiben doppelt, zum Theil übereinander geschoben. Hierauf ist bei jeder Stereoskop-Aufnahme zu achten. Auch beim Fertigmachen derjenigen Aufnabmen, die in zwei Cameras einzeln genommen und zu versetzen sind, ebenso bei denen, die auseinander geschnitten und versetzt werden müssen, ist genau darauf zu sehen, dass die Entfernung der identischen Punkte auf dem fertigen Stereoskopbilde von einander nicht grösser sei als 7,0 cm bis höchstens 7,5 cm.
1(Schluss folgt.)
Luftschifffahrt und Photographie.
S. München, 23. Febr. 1894.
In einem in dem Münchener Verein für Volksbildung am 22. Februar ge- haltenen Vortrage über Zwecke und Ziele der Aëronautik bob der Vortragende, königl. Artillerielieutenant Carl Rosenberger, hervor, dass auch die Photo- graphie an den Fortschritten der Luftschifffahrt-Technik gerechten Antheil nehme. Mit Hilfe der Luftschifffahrt sei es nämlich ermöglicht worden, weite Terraingebilde von der Höhe aus zu photographiren und von verschiedenen Höbenlagen perspectivische Bilder von Städten, Flüssen und Gebirgszügen her- zustellen, welche sich für kartographische und andere technische Zwecke gut verwenden liessen. Während man bisher mit Aufwand von viel Zeit und Geld und durch mühsame geometrische Ausmessungen Landkarten und Städtepläne auf topographischem Wege hergestellt habe, könne man nun mittels photo- graphischer Momentaufnahmen, vom Luftballon aus genommen, jene Karten und Pläne noch weit zuverlässiger, einfacher und billiger darstellen. Ganz besonders wichtige Dienste leisteten Lufschifffahrt und Photographie in gemeinsamem Wirken im Kriege. Ein Theil der Aufgabe, die der Cavallerie früher zugefallen sei, die diese aber zufolge der Tragweite der beutigen Schusswaffen und der bierdurch bedingten grösseren Entfernung der feindlichen Heeresmassen nicht mehr bewältigen könne— das Aufklären des feindlichen Terrains— werde
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