Jahrgang 
1894
Seite
104
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1⁰4 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. II. ene Basis nun in 5¹51 befindet, und

ich die gleich gross geblieb heran Scdaas wiei gisn 6 5 den Körper deutlich und plastisch

können nun von diesem Standpunkt aus sehen und abbilden.

Wäre uns die Möglichkeit gegeben, unsere Augen aus

G ainander zu rüchen und dadurch die Basis zu⁵ vergrössern, so

hätten wir in der ersten Entfernung bleiben können und hätten

durch Auseinanderlegen der Augen in die entfernteren Basis-

wimnkel ce denselben Eindruck des Körperlichen vom Gegen-

stande gewinnen bönnen, wie von bihi aus, wie aus der Figur

zu erkennen ist.

Für unser körperliches Sehen ist diese Möglichkeit aus-

geschlossen; sie ist aber vorhanden für die Darstellung durch Photographie. 1

Aus der Erfahrung wissen wir ungefähr zu beurtheilen,

in welch weitestem Abstande noch die Gegenstände für Jedles

Auge genügend körperlich erscheinen. Ist die für die Stereo-

skop-Aufnahme gegebene Entfernung grösser, erscheint uns

also von unserem Standpunkte aus der Gegenstand niebt

mehr plastisch genug, so ergiebt eine, wenn nicht anders

6 auf dem Sande des Erdbodens zu skizzirende Figur nach

Anleitung unserer Figur 1 sehr leicht, um wieviel der Apparat mit seinen beiden Objectiven, deren Abstand von einander hier die Basis bedeutet, vorgerücht zu denken ist, um den günstigeren Winkelwerth der Parallaxe dieser Basis und die durch die Schenkelverlängerung nach rückwärts daraus zu gewinnende für die Aufnahme nöthige Vergrösserung der Basis zu gewinnen, also mit einem Worte, um wieviel die beicen Aufnahmepunkte auseinander gerückt werden müssen. Ein treffendes Beispiel aus der astrophotographischen praxis dürfte hier sehr überzeugend am Platze sein. Unge- achtet wiederholter Versuche, den Mond stereoskopisch abzu- bilden, blieben die Resultate dennoch flache Projectionen auf einer Ebene. Die Entfernung des Mondes von der Erde, rund 50000 Meilen, ist für die Entfernung unserer Augen Fig. 1 von einander eine so beträchtliche, dass die vom Monde g. 1. zu uns gelangenden Strahlen als parallel betrachtet werden dürfen. Es bleibt also niehts Anderes übrig, als die Basis und damit die Parallaxe derselben zu vergrössern, sodass dadurch die beiden Aufnahme- punkte dem Monde so nabe gerückt würden, um dessen Körperbeschaffen- heit zum Ausdruck zu bringen. Nimmt man den Erddurchmesser rund 1700 Meilen, also ungefähr den dreissigsten Theil der Entfernung des Mondes von der Erde, als Basis, so wäre damit schon ein sehr überstereosko- pisches Bild des Mondes zu erhalten; man könnte also immerbin je zwei etwas näher zusammenliegende Punkte auf der Erdoberfläche als Basisendpunkte zur Aufnahme benutzen. Nun ist dies aber uicht leicht ausführbar und mit allerlei Umständlichkeiten verbunden. Man kann aber diese und die dazu nothwendige Reise entbehrlich machen, wenn man ein vorher berechnetes Stüch der combinirten Erde und Mondbahn als Basis benützt. Auf diese Weise ist es zuerst Warren de la Rue gelungen, sehr gute plastische Mond-Stereogramme herzustellen, die den Mond in seiner Kugelgestalt frei schwebend zeigen. Man wartet 2zu Miesenn Lweches Feaisss vriedenRecende identische Beleuchtungs-Phasen des es ab, die sich für jeden Ort allmonatlich wiederholen, und ist dadurch im Stande, die für den genannten Zweck günstigste Basis-Ausdehnung im

Raume experimentell festzustellen und z test u benutzen. Ist die Basis zu gross genommen, so erscheint der Mond dann nicht mehr als Kugel, Soudert als

hochgewölbte Ellipse, also übertrieben stereoskopi ie j

8 opisch, wie jede andere Stereo- skopaufnahme bei zu geringem Abstande und zu grosser Basis, wie dies auch bei einigen dieser Bilder wahrzunehmen ist. 3

Diese Basiserweiterung gilt also lediglich fũr weitere Entfernung des Gegen-

standes; so z. B. in der Landschaft für deren recht entfernt liegende Haupt-

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