Jahrgang 
1894
Seite
88
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88 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 9.

önt, ein Umstand, der es zur Pflicht macht, ausdrücklich auf die lease, Fehoſtwkereglet der Aufgabe hinzudeuten. Wie unsern Mitgkeerne und Lesern bekannt ist, ist schon seit einer langen Reihe von Jahren die Festge-Stiftung auf den verschiedenen Ausstellungen des Deutschen Photographen-Vereins aus- geschrieben, ohne dass es den Preisrichtern möglich war, einen Preis dafür zuzuerkennen. Umsomehr muss dieses Mal die Ausstellung von Suck gelobt werden, welcher dem gesteckten hohen Ziele schon ziemlich nabe gekommen jst. Es steht nach früherer Erfahrung mit Sicherheit zu erwarten, dass die kleinen Mängel, die an einzelnen der Bilder von Seiten der Jury gefunden wurden, bei weiterer Betheiligung ganz fort fallen. Die Aufgabe, eine Anzahl vom Gruppen von 2 Personen, Herr und Dame, in Cabinetformat zu stellen, ist eine sehr alte und auch von jeher anerkannt schwere. Schon der verstorbene Johannes Grasshoff in Berlin bezeichnete vor 25 Jahren diese Aufgabe als eine der schwierigsten, die die Photographie überhaupt aufweisen könnte, und die Ausstellungen des Deutschen Photographen-Vereins haben nur zu sehr gezeigt, wie richtig diese Ansicht von Grasshoff gewesen ist. Umsomehr freut ss uns heute unsern Lesern ein tadelloses Bild als Lösung solcher Aufgabe bringen zu können, welches durch die vorzügliche Ausführung der Lichtdruck- anstalt von J. Schober in Karlsruhe und auf dem trefflichen Pyramidenkornpapier von Gustav Schaeuffelen in Heilbronn so vortrefflich zur Geltung gelangt.

P rsonalien.

b Senator Dr. Römer.

Am 24. Februar vormittags verschied der bekannte Senator Dr. Hermann Römer in Hildesheim. Römer war 1816 geboren und hatte Rechtswissenschaft studirt, trat 1852 aus dem Hannõverschen Staatsdienste und wurde in Hildes- heim Senator. Sehr bekannt ist Römer als Begründer und Leiter des städtischen Museums in Hildesheim und als Vorstandsmitglied des Germanischen Museums in Nürnberg. Er warde 1882 von der philosophischen Facultät in Göttingen zum Ehrendoctor ernannt. Römer war von 1887 bis 1890 auch Mitglied des Deutschen Reichstages. Die Besucher der Wanderversammlung in Hildesheim werden sich seiner noch als des liebenswürdigen Führers bei Besichtigung des Museums daselbst erinnern. Er ruhe in Frieden! 8

Vermischtes. Gerichtliches. b

Der Schutz der Photographieen ist, wie ja leider nur allzu bekannt, ein ausserordentlich mangelhafter. Es ist ja dieses der Grund, weshalb von Seiten des Deutschen Photographen-Vereins schon seit Jabr und Tag Petitionen an den Reichstag und die Reichsregierung erlassen worden sind. Wir sind unsern Lesern sehr dankbar, wenn sie uns derartige Fälle möglichst vielfach mittheilen und zugleich die nöthigen Belege mit einsenden, welche wir dann als Unterlage für neue Petitionen benutzen wollen. So theilt uns die Firma Gottheil& Sohn in Danzig mit, dass nunmehr ein Process entschieden ist, der sich über 1 ½ Jahre hinzog. Dieser Process betrifft die unbefugte Nachbildung von Photographieen. Die Firma Gottbeil& Sohn in Danzig hat s. Z. eine Ausicht des Steges von Zoppot mit Strand bergestellt. Die Kaufleute Agenten Walther Pilgrim und Aronsohn hatten sich durch den Kaufmann Kandit in Zoppot eine solche Photographie kaufen lassen und diese dann in Verrotypie verviel- fältigt.(Unter Verrotypieen versteht man solche Bilder, die auf Glas hergestellt sind und mit Rahmen versehen dann als Andenken aufbewahrt werden.) Die von den Angeklagten Walther Pilgrim und Aronsohn solcher Art hergestellten Bilder wurden von dem Kaufmann Kandit in Zoppot dort feilgehalten und der Firma Gottheil& Sohn dadurch grosser Schaden zugefügt. Zu dem Termine erschienen die Angeklagten Pilgrim und Aronsohn niecht, sondern nur der Kaufmann Herr Kandit. Die Aussagen der beiden Angeklagten in Berlin

wurden verlesen; dieselben bestritten eine Straffälligkeit ihrer Handlungen.

Auch Herr Kandit betonte, dass er lediglich im guten Glauben gehandelt hätte.

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