Jahrgang 
1894
Seite
87
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Nr. 9. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 87

dieser neuen Copirrahmen ist im Allgemeinen wohl dieselbe, wie sie allerorten gebräuchlich ist. Es unterscheidet sich nur die Einrichtung der Details und zwar nicht zu ungunsten dieser neuen Rahmen. Das Holzgestell, welches die Spiegelplatte enthält, ist recht solid eingerichtet und besitzt auf der Vorder-

seite, d. h. also auf der Seite, welche dem Lichte ausgesetzt ist, an den vier Ecken je eine starke Kuppe aus Nickel, die den Copirrahmen nicht mit seiner ganzen Fläche, sondern nur auf diesen vier Kuppen aufruhen lässt, ein Um- stand, der das Holz vor Verkratzen, etwaiger Feuchtigkeit der Unterlage etc. sehr wohl schützt. Doch das ist hier bei der Construction nebensächblich und dient nur zur Erhöhung des soliden Aussehens. Die beiden Längsbalken sind in die zwei Querbalken durch vier starke Zapfen eingelassen, wodurch das Ganze eine grosse Stabilität erhält. Der Deckel des Rahmens besteht nicht aus Holz, sondern aus einer besonderen Masse, die nach unserer Ansicht sehr haltbar, dabei aber bedeutend leichter als Holz und dadurch, dass sie gegen Feuchtigkeit oder Hitze unempfindlich ist, nicht dem Verziehen ausgesetzt ist. Die Fläche des Rahmendeckels ist dadurch eine ausserordentlich ebene und bietet, weil sie innen eine starke Filzeinlage hat, einen nicht zu unterschätzenden Vortheil, da hierdurch weitere Einlagen von Filz oder Papier überflüssig werden. In der That liegen nach unseren Versuchen die Papiere an den Negativen fest an. Die Bügel an den neuen Copirrahmen sind nicht mit Charnierbändern befestigt, sondern bewegen sich um eine feste und ziemlich starke Achse, wodurch das lästige Ausspringen der Schrauben, mit denen die Bügel sonst befestigt sind, vollkommen in Wegfall kommt. Die Haltbarkeit ist hierdurch bedeutend er- höht. Ebenso wird der Verschluss der Bügel durch eine sinnreiche Construction ermöglicht, es bedarf nur eines einfachen Druckes, um die Lösung zu bewerk- stelligen. Um den Deckel zu schliessen, genügt einfach das Andrücken des Bügels, wodurch die Feder des Verschlusses einschnappt. Der Druck der Bügel wird nicht, wie bei den alten Copirrahmen, durch eine oder mehrere fache, stählerne Federn hergestellt, sondern durch Spiralfedern, wie dieses aus der Figur sehr leicht ersichtlich ist. Diese Spiralfedern, deren Draht etwa 3 mm Stärke hat, sind sehr dauerhaft. Auf dem Deckel des Copirrahmens sind runde Zinkteller angebracht, die am Rande eine starke Wulst haben, so dass beim Andrücken die Feder nicht ausgleiten kann, sondern gleichmässig an der betreffenden Stelle drückt und somit weder einschneidet noch auch einen ungleichmässigen Druck ausübt. Die sehr solide Construction erhöht natürlich den Preis der Rahmen um eine Wenigkeit, doch glauben wir, dass ein Jeder, dem es um einen guten Copirrahmen zu thun ist, diese kleine Mehr- ausgabe, die besonders bei den grösseren dreiklappigeu Rahmen nicht mehr so auffällig ist, nieht scheut. Die Arbeit an den uns eingesandten Probe- rahmen ist durchaus sauber und solid, sodass dieselben auch bei starkem Gebrauche Reparaturen nicht sobald ausgesetzt sein dürften.

Unsere Kunstbeilage.

Unsere heutige Kunstbeilage ist eins der Gruppenbilder zur Festge-Stiftung, welche von Oscar Suck in Karlsruhe nach Hildesheim geschickt waren. Wie bekannt, wurden die 6 eingesandten Blaätter mit dem zweiten Preise, der silbernen