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Nr. S. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 73
stellung verlieben haben: die grossen, zum Theil farbigen Nachbildungen der von Hermann Prell im hiesigen Rathbaussaale ausgeführten monumentalen Wandmalereien aus der Geschichte der Stadt. Gemäss ihrer Herkunft stehen auch diese höchst bemerkenswerthen Arbeiten ausser Bewerbung. Es sind Lichtdrucke, die sich in Allem den Veröffentlichungen der Berliner„Vereinigung der Kunstfreunde“ anschliessen und gleich diesen aus den Werkstätten von Otto Troitzsch in Berlin hervorgegangen sind. Wie bei den Troitzschen Arbeiten fast durchgehends ist die farbige Wiedergabe nichts weniger als über jeden Anstand erbaben. Nicht nur auf die Feinbeiten der Form wird nicht der nöthige Werth gelegt, sondern namentlich bei feineren Originalen, wie z. B. bei dem berrlichen Otto Knilleschen Gemälde„Venus und Tannbäuser“, fehlt auch das eigentliche Verständniss für Leben und Weben der Farbe in einem Grade, der diese sich nachdrücklichster Protection von Seiten der Kunst- verwaltung erfreuenden Nachbildungen nicht entfernt den Rang der besseren, mit künstlerischen Ansprüchen auf den Markt hinaustretenden einheimischen und fremden Farbendrucke erreichen lässt. So muss man auch hier bei deu farbigen Blättern„einen Pflock zurückstecken“, wiewohl die breite und schlichte Vortragsweise dieser Vorbilder die Arbeit wesentlich vereinfachte. Doch darauf soll um so weniger eingegangen werden, als wir es mit dankenswerthen Dar- leihungen aus gewogener Gesinnung zu tbun haben. Auch sind es immerhin Arbeiten, die allein schon durch ihre Grösse— bis über 130 cm!— Beachtung verdienen. Denn soviel mir bekannt ist, werden Lichtdrucke in dieser Grösse àusserst selten gemacht; und wer die Schwierigkeiten in der Behandlung so grosser Platten kennt, wird nicht in Verlegenheit um die Erklärung sein, weshalb!——
Das Bild, welches wir durch die Betrachtung unserer Ausstellung von dem Streben und Vermögen auf photographischem Gebiete gewonnen haben, jst— wenn auch weit davon entfernt, auch nur annähernd vollständig und erschöpfend zu sein,— farbenreich und mannigfaltig genug, um hocberfreulich zu sein und uns mit berechtigtem Stolze zu erfüllen, nicht bloss darüber, dass wir einem so blübenden und in fast stürmischer Entwickelung begriffenen Zweige der menschlichen Thaätigkeit unsere Kräfte weiben zu dürfen gewürdigt sind, sondern auch darüber, dass es unseren vereinigten Bemühungen gelungen ist, zu Ansporn und Erhebung einmal wieder eine solche Repräsentation unserer Kunst zu Stande zu bringen. Mögen die späteren Ausstellungen immer mehr ihre Vorgängerinnen in jed er Hinsicht in Schatten stellen!
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Briefe aus Wien. Von H. H.
(Ballonphotographie, Verwendung elehtrischen Lichtes zu Portraitaufnahmen, Verein Skioptilon, Haltbarkeit von in Tonfiwirbäcdern getonten Bildern, Special- curse an der k. k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie u. Reproduction.)
Am 12. Januar hielt Herr Oberlieutenant Franz Hinterstoisser im flug- technischen Verein einen Vortrag über das Photographiren aus dem Ballon. Er besprach zuerst kurz die Geschiechte, hierauf die verwendeten Apparate, Objec- tive etc. und dann die Technik der Ballonphotographie.
Als Apparate werden sowohl Handcameras als auch Stativcameras benutzt; die letzteren werden an einem, am Rande des Korbes befndlichen Gestell, welches dem Apparate verschiedene Steigungen zu geben gestattet, angebracht. Bei der Wahl des Apparates ist darauf Rücksicht zu nehmen, dass derselbe stark, dabei aber nicht zu schwer ist. Als zweckmässige Plattengrösse be- zeichnet Herr Oberlieutenant Hinterstoisser 13/18 und 18/24. Die Objective sollen sehr lichtstark sein; empfehlenswerth sind die Zeissschen Anastigmate und die Görzschen Doppelanastigmate, sowie Dallmeyers Rapid long focus Landscape lens mit Irisblenden. Als Verschluss genügt„Le Constant“. Die Platten müssen hochempfindlich sein, also Lumière, Schleussner oder eine andere gute, hochempfndliche Sorte.


