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Nr. 8. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 69
betreffende Herr nicht im Vereiun zugegen sei, um ihn dann selbst zur Rechen- schaft ziehen zu können. Herr Dahlström entgegnet Herrn Wettern, dass in unseren Statuten ein derartiger Fall nicht vorgesehen sei, den Vorstand also kein Vorwurf treffen kann; wir batten erwartet, dass von Seiten der Mitglieder ein daraufbezüglicher Antrag eingebracht worden wäre. Und zurückkommend zur Sache meint Herr Dahlström, dass der etwaigen Gründung einer Innung von Seiten der zuständigen Behörden nichts im Wege stehen würde. Derselbe liest sodann einige hierauf bezugnehmende Paragraphen der Gewerbeordnung vor. Durch die Innung würden wir das Lehrlingswesen im Allgemeinen controliren können, welches nothwendig sei zur Erziehung eines guten Gebilfenstandes, da leider aus den Schleudergeschäften meistens unbrauchbare Gebilfen hervorgingen. Gleichzeitig stellt Herr Dahlström den Antrag, eine Commission zu wählen, die den Antrag Gerlich näher zu formuliren hätte unter Berücksichtigung der Innungsfrage. Die Herren Schaem, Wettern und Bernitt sprechen sich in ähnlicher Weise aus, und bei der nun erfolgenden Abstimmung erklären sich sämmtliche Mitglieder damit einverstanden. Gewählt werden die Herren Gerlich, Wettern, Dahlström, Paatsch und Wilke.
Zu Antrag 5 der Tagesordnung: Die Mitglieder zu veranlassen, fachwissen- schaftliche Vorträge aus der Praxis zur Förderung unseres Vereinslebens zu halten, ertheilt der Vorsitzende Herrn Dahlström das Wort. Der- selbe erwähnt, dass in auswäartigen Vereinen oft recht lehrreiche Vorträge ge- halten würden. Allerdings hätten diese Vereine ja eine bedeutend grössere Anzahl von Mitgliedern. könnten infolgedessen auch über grössere Mittel ver- fügen, um solche Vorträge halten lassen zu können. In unserer Gesellschaft seien aber auch Mitglieder genug, die einen praktischen Vortrag halten könnten, er bäte deshalb die Mitglieder, ihn recht tüchtig bezügl. dieses Antrags zu unter- stützen. Der Antrag findet lebhaften Beifall und verschiedene Herren versprechen, in einer der nächsten Versammlungen einen Vortrag zu halten. Als Erster meldet sich Herr Schaem, der in der nächsten Versammlung über die beste praktische Wiedergewinnung der Silberrückstände sprechen wird.
Es wird dann zur statutgemässen Wahl zweier Cassenrevisoren geschritten; gewählt werden die Herren Färber und Billig. die von Herrn Petersen ersucht werden bis zur nächsten Versammlung die verschiedenen Cassen einer Revision zu unterziehen, welches die Herren denn auch versprechen.
Vorbesprechung über das demnächst zu feiernde Stiftungsfest. Das vor- jährige Stiftungsfest in Verbindung mit einem Kränzchen hatte vielen Beifall gefunden, da es so ausserordentlich gut gelungen war, und Herr Köster ist ent- schieden der Meinung, dass es in diesem Jahre ebenso gefeiert werden müsse. Auch die Herren Wettern, Bernitt stimmen sehr dafür, es wird deshalb beschlossen, in ebensolcher Weise das Fest zu feiern. Das ganze Arrangement bittet Herr Köster dem Vorstande zu überlassen, womit die Versammlung sich auch einver- standen erklärt. Es wird angefragt, ob der alte oder der im Februar zu wählende Vorstand sich mit der Festfrage zu beschäftigen habe. Die Herren Wettern und Stollberger sind sehr dafür, dass es dem alten Vorstand überlassen bleiben möge, dieses findet Beifall und wird ebenfalls genehmigt. Herr Gerlich bittet, obgleich die Cassenverhältnisse recht günstige sind, die Casse nicht zu sehr in Anspruch nehmen zu wollen.
Von Herrn K. Schwier wurde der Gesellschaft der diesjährige Photographen- Kalender gewidmet. Herr Dahlström beansprucht denselben für die Bibliothek. Auf Verlangen der Mitglieder wird derselbe jedoch versteigert, und es ergiebt sich die Summe von Mk. 15,80, die dem Festcomité überwiesen wird. Der Kalender wurde vom Gewinner der Bibliothek übergeben.
Fin vom Verein zur Pflege der Photographie und verwandten Künste, Frankfurt a. Main, eingegangener Brief gelangt zur Verlesung, es wird aber be- schlossen, das Ganze zum nächsten Male auf die Tagesordnung zu bringen.
Herr Knapp in Halle stellt ein Exemplar seines„Atelier des Photographen“ und der Chronik der Gesellschaft für die Bibliothek gratis zur Verfügung, wo- für ihm die Versammlung ihren besten Dank ausspricht.
Herr Morrison theilt der Gesellschaft mit, dass jetzt die Preise für Schepps World Fair Photographen bedeutend reducirt seien, er bietet sie für 19 Mk. pro
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