Jahrgang 
1894
Seite
68
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68 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. N.. 9.

11) Nach Zuerkennung resp. bei Verkündigung des Preises werden die Um- schläge geöffnet und die Namen bekannt gegeben; die sämmtlichen ausgestellten Bilder, sowie die unretouchirten Abzüge fallen der Wandermappe des Deutschen Photographen-Verins zu.

12) Jeder der Bewerber muss erforderlichen Falls den Nachweis liefern, dass er den vorstehenden Bedingungen gewissenhaft entsprochen hat; die Preisträger haben dieses dem Vorsitzenden vor Empfang des Preises schriftlich oder münd- lich auf Ehrenwort zu versichern.

Hamburg, den 1. Februar 1894. Conr. Kindermann.

Photographische Gesellschaft in Hamburg-Altona.

Protokoll der Versammlung am Donnerstag, dem 25. Januar 1894, im Augustiner- Bräu, Jungfernstieg.

Um 9 Uhr eröffnete der I. Vorsitzende, Herr Th. Petersen, die Versamm-

lung und erwähnt, dass die Gesellschaft im letzten Jahre mancherlei erreicht

habe, im neuen Jahre erwarte er denn auch ein thatkräftiges Mitarbeiten der Mitglieder, denen er noch nach nachträglich ein gutes Neujahr und für das Jahr recht gute Geschäfte wünsche. Das nun noch zur Verlesung gelangende Protokoll wird genehmigt. Herrn Schaem begrüsst Herr Petersen als neues Mitglied. Alsdann werden die Herren Schmidt-Altona, Pickenpack-Kiel, Graf, Herschelrund Körner hier als Gäste herzlichst willkommen geheissen.

Von den Herren Wilke und Otto Stiegler waren Proben auf dem Scheelschen Hammonia-Celloidin-Papier angefertigt. Dasselbe ist nach Ansicht des Herru Stiegler ein recht gutes, da es schnell copirt, leicht und gut tont. Herr Scheel macht noch die Mittheilung, dass es sehr billig und lange haltbar sei. Wegen Nichtanwesenbeit des Herrn Ephraim i. Fa. Hundt& Co. musste die Vor- legung eines Momentverschlusses unterbleiben, die meisten anwesenden Mitglieder hatten diesen Verschluss schon auf der letzten Versammlung des Schleswig- Holsteinschen Photographenvereins in Altona gesehen. b

Zum Antrag: Einberufung sämmtlicher Photographen Hamburg-Altonas zur Erzielung eines Abkommens über Einführung eines Minimalpreises, erhält der Antragsteller Gerlich das Wort. Es sei jedenfalls nothwendig, einmal der Sache näher zu treten und er glaube bestimmt, bei einmüthigem Zusammenhalten sei noch etwas zu erreichen. Herr Petersen meint, bei einem so miserablen Geschäftsgang sei bei den augenblicklich herrschenden Geschäftsprincipien unser Geschäft gar nicht mehr zu halten. Früher hätte Hamburg immer noch die höchsten Preise für Photographieen erbalten, in den letzten 78 Jahren jedoch seien soviel neue Geschäfte gegründet worden, die alle nur zu Schleuderpreisen arbeiteten, dass selbst bessere Geschäfte gezwungen worden wären, ihre Preise zu reduciren, um überhaupt noch leben zu können; es müsste Abhilfe geschaffen werden, und er glaube auch, dass etwas zu erreichen sei durch Einigkeit, denn Einigkeit mache stark. Herr Gerlich und der Vorstand sind der Ansicht, dass nicht unter einem bestimmten Minimalpreise gearbeitet werden dürfe, zu dem sich jeder Beitretende verpflichten müsse. Eine solche Verpflichtung könne aber selbstredend nur bei Visit und Cabinet gemacht werden. Zu wünschen wäre es, dass dieser Antrag in ganz Deutschland Anklang finden möge und viele Vereine uns folgen möchten.

Bei der sich nun entspinnenden Debatte sind sich die Herren nicht einig, auf welche Art und Weise ein derartiges Vorgehen zu bewerkstelligen sei, da schwer eine Form zu finden sei, der sich Viele anschliessen würden. Herr Wettern schlägt vor, eine Innung für unser Geschäft zu gründen, nur dieses wäre das einzig Richtige, weiter würde sicher nichts mehr helfen. Gleichzeitig fragt Herr Wettern an, ob unser Verein es dulden dürfe, dass ein Mitglied, welches sogar im Vorstande sei, anderen Collegen Geld gebe, um ein Schleuder- geschäft schlechtesten Ranges eröffnen zu können, ja dort sogar praktisch mit im Geschäft thätig zu sein, wie Herr Paatsch mittheilt, und meint, wir dürften doch nicht erwarten, dass uns noch fernstehende Collegen sich dem in Frage stehenden Antrage anschliessen würden. Herr Wettern bedauert nur, dass der

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