50 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 6.
typieen von Angerer& Göschl in Wien hier haben, darunter eine mit acht, zwei mit sieben und eine— ein recht gelungener weiblicher Kopf— mit nur vier Farben. Das Wesentlichste, wie Ihnen Allen bekannt, ist bei diesen farbigen Autotypieen die Erzielung des Farbeneindruckes durch mehrere einfarbige Platten, die über einander gedruckt werden. Alles kommt hier auf die richtige Zerlegung in die Grundtöne bei der Herstellung dieser Farbenplatten an— eine reine Künstlerarbeit—; der Druck, ob Licht- oder Buchdruck, bietet an sich, ange- sichts der zur Verfügung stehenden mechanischen Hilfsmittel, keine Schwierig- keiten. Die Rolle, die hier der Photographie beschieden ist, ist daher nur eine sehr untergeordnete, gerade für das Wesentlichste, den Farbeneindruck des fertigen Druckes, ganz und gar nicht ausschlaggebende.
Leider mangelt unserer Ausstellung eine Probe von einem Farbendruck- verfabren, welchem dieser Mangel nicht anhaftet, und welchem dadurch, dass auch die Farbenzerlegung auf photographischem Wege bewirkt wird, sowohl eine grössere Einfachheit wie eine grössere Zuverlässigkeit eignet, dem so- genannten Dreifarbendruck- oder Naturfarbendruck verfahren. Dasselbe besteht darin, dass, da alle bunten Farben aus Gelb. Roth und Blau in passend gewählten Tönen gemischt werden können, durch diese Grundfarben ungefähr com- plementaire Strahlenfilter aufentsprechend farbenempfindlich hergerichteten Platten drei Aufnahmen des farbigen Gegenstandes gemacht werden. Wenn nun diese drei Platten in Lichtdruck oder in Autotypie(Buchdruck) in den entsprechenden Grundfarben über einander gedruckt werden. so ergeben sich die natürlichen Farben. Dies in Kürze die sehr einfache und einleuchtende Theorie. Leider ist auch sie bisher noch ein wenig grau. Es ist in den letzten ¼ Jahren au einer ganzen Reihe von Stellen versucht worden, wie weit sich praktisch mit und nach derselben kommen lässt. Brauchbares haben diese Versuche jedoch noch nicht ergeben. Unter brauchbaren Ergebnissen verstehe ich dabei ein Verfabren, welches im geschäftlichen Betriebe gegenüber den mannigfaltigsten Aufgaben, wenn auch vielleicht nicht schlechthin allen, sich bewährt. Das bisher Erreichte kann nicht anders denn als eine Reihe gelungener Einzelversuche bezeichnet werden, deren wissenschaftliches Interesse nicht unterschätzt, deren individuelle Verdienstlichkeit aber auch nicht überschätzt werden darf. Man hat sich gegenwärtig zu halten, dass die vorber angedeutete Theorie fix und fertig bereits im Jabre 1869 von Louis Ducos du Hauron gegeben worden ist, ferner dass es auch früher, selbst schon bald nach der Originalveröffentlichung, nicht an ziemlich gelungenen Versuchen gefehlt hat, endlich, dass die Lücken in der Theorie 1881 von Dr. Franz Stolze wissenschaftlich nachgewiesen und ausgefüllt worden sind,— eine Thatsache, von der erstaunlicherweise die sämmtlichen neuesten Experimentatoren keine Ahnung zu haben scheinen. Denn sie geben mit seltener Einmütbigkeit als auf ibre Quelle und ibren Leitstern auf eine Veröffentlichung des Jahres 1885 zurück, die nicht nur nichts Wesentliches und Brauchbares dem vorher Bekannten hinzugefügt, sondern nicht einmal von den Stolzeschen Leistungen Kenntniss gehabt(oder Notiz genommen), mithin zu keiner Zeit auf der Höhe der Situation gestanden hat. Wenn hier also auch noch lange nicht über einen vollen Triumph zu frohlocken ist, so wWäre es gleichvoll interessant genug gewesen, wenn wir Derartiges hier zu sehen be- kommen hätten. Mir selbst ist es leider zu spät eingefallen, in dieser Richtung für eine Ergänzung unserer Ausstellung in ähnlicher Weise Sorge zu tragen, wie es mir nach einer anderen Seite hin gelungen ist.
Ebenso wie dieses„Natur“-Verfahren hat im letzten Jahre die sogenannte Naturalphotographie ausserordentliches Aufsehen erregt. Es besteht dieses Verfahren darin, lebensgrosse Bilder durch directe Moment-Aufnahmen bei Blitzlicht zu erzielen. Eugen Hackh in Stuttgart hat die charakteristischen Hauptelemente des Verfahrens ersonnen; und nach langen technischen Irrungen haben endlich Kleffel& Sohn in Berlin die Herstellung und den Vertrieb des passend modificirten Apparates übernommen. Ich weiss sehr wohl, dass der Werth dieser Neuerung noch nichts weniger als allgemein anerkannt ist; und es liegt auf der Hand, dass sie nach manchen Richtungen hin schwere Mängel hat; aber auf der anderen Seite bietet sie auch wieder nicht zu verkennende Vortheile dar. Dass Originalaufnahmen jeder Art den Vergrösserungen über-
Ny. Ib.
legdp sein
jieh Be leh gen A¹0 „P 8NV gel und für
aber. tellung jarf aut nere
brer au htograp 88 Viel unt hat den Heè
Natural
— ſei dies Ausſtellung
gegepen, du
kla den u. 8 träc reie uns un vur Tra nel ein
dnsägli
Ww. und tigten tes und bet todt? 1eo Sec s1oissi nachg einfa
die ihr
68 Au
Seh zus
er Be Baupi ungsb
ahme irf we tzend
and dafü gart jeie ristSehes muende Sau nieht
We
m nu
siui. W Weſmn all abe es
3 ehtsj


