Jahrgang 
1894
Seite
43
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Nr. 5. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 43

aus altem und frischem bestehend, aber eine combinirte Gold-Schwefeltonung bewirken wird. b

Es fragt sich nun weiter, wie wirkt die Schwefeltonung im fertigen Bilde weiter auf die Haltbarkeit oder das Verderben des Bildes.

Hier sind manche irrige Ausichten vorbanden, die sich leicht und einfach widerlegen lassen. Die Wirkung der Schwefeltonung äussert sich vornebmlich in einem mehr oder minder starken Zurückgehen des Tones und Verlust der Intensität. Dieses Zurückgeben des Tones ist um so auffälliger, je blauer das Bild getont war, und liefert dadurch von selbst den Beweis für die Ursache. Nimmt man nämlich ein mit Gold braungetontes Bild und legt es in alte Fixirnatronlösung, so blaut es darin intensiv nach; das Gleiche findet in einer Alaunlösung statt. Werden nun aber die blauen Bilder längere Zeit einer feuchtwarmen Temperatur ausgesetzt, so verschwindet allmäblich der blaue Ton wieder vollständig und macht dem ursprünglichen braunen wieder Platz. Mithin kann das Zurückgehen des Tones eines fertigen Bildes nach verhält- nissmässig kurzer Zeit nur auf Schwefeltonung zurückgeführt werden. Direct nachweisbar ist eine solche Schwefeltonung durch Anwendung von heissem Wasser. Behandelt man nämlich ein mit Gold getontes und ein durch Schwefe- lung getontes Bild mit heissem Wasser, so wird man finden, dass das gold- getonte Bild nur unbedeutend, das schwefelgetonte Bild dagegen sehr stark im Ton zurückgeht, sodass es unter Umständen lehmfarbig erscheint.

Eine bemerkenswerthe Nebenerscheinung der Behandlung der Copieen mit einem Tonfixirbad ist das Auftreten von gelben Flecken und das Vergilben der Weissen. Man bat immer angenommen, dass diese Erscheinung von fein- zertheiltem Schwefel herrühre, der sich mechanisch fest auf die Schicht absetze und nur durch Reibung zu entfernen sei. Diese Annahme ist aber nur zum geringen Theil richtig, denn auch heisssatinirte Bilder, die vorher gut abgeriebon wurden, zeigen diesen Fehler unter geeigneten Umständen; ebenso erzeugt ein decantirtes und fltrirtes ganz klares Bad denselben Fehler. Unsere Ansicht ist vielmehr folgende. Sämmtliche haltbargesilberten Papiere enthalten bekanntlich, um das Weissbleiben zu ermöglichen, eine starke Säure. Kommt diese nun mit dem gelösten Fixirnatron in Verbindung, so wird genau dieselbe Zersetzung eines kleinen Theils des Fixirnatron stattfinden, wie bei dem Zusatz von Citronensäure zum Bad. Der bierdurch abgeschiedene Schwefel aber wird aus der Schicht nicht leicht entfernt werden können; am leichtesten noch aus der schwammigen Gelatine. Beim Trocknen der Schicht bleibt er also meistentheils zurück und bewirkt hier, wenn das Bild in feuchter Luft aufbewahrt wird, die charakteristische Gelbfärbung, welche durch Schwefel und nicht durch den genannten sauren Stoff erzeugt wird. Einzelne Stellen, die besonders viel Säure enthalten, verursachen dann die scharfbegrenzten Flecken. Diese Flecken sind aber nicht zu verwechseln mit den zahllosen kleinen, weissgelben Flecken, welche durch schlecht ausgewaschenes Fixir- natron, das sich in feuchter Luft zersetzt, entstehen.

Der Niederschlag, welcher sich oft auf den Bildern im Tonfixirbad absetzt, scheint aus Schwefelsilber zu bestehen, denn er ist braun, nicht gelb; eine àhnliche Erscheinung ist der Niederschlag von Cyansilber im einfachen Ton- bad mit Rhodanammonium. Ein Doppelfxiren hilft also nichts, wie man sieht, gegen das Uebel, wobl aber Auswässern in einem fünfprocentigen Sodabad

vor dem Tonen, was aber eben beim Tonfxirbad für überflüssig gehalten wird.

Die Frage, ob es ein unschädliches Tonfixirbad giebt, muss relativ verneint werden, solange Alaun und Bleinitrat verwendet werden, absolut,

wenn die geuannten Stoffe und Citronensäure angewendet, sowie vorher die Copieen nicht ausgewaschen werden.

Ein einfaches Tonfixirbad, aus Wasser, Fixirnatron und Rhodangold beste-

hend, tont aber nur sebr langsam und schlecht; man erhält leicht grünliche n Halbtöne. neben den genannten Stoffen als ein unschädliches Medium zum raschen und sicheren Tonen.

Gaedicke empfahl nun neuerdings die Verwendung von Borsaäure

Das Bad nach seiner Vorschrift arbeitet nun auch ganz gut, aber es wird behauptet, dass auch hierbei eine Schwefeltonung stattfinde,

indem die Borsäure genau, wenn auch langsamer, wie die Citronensäure wirken