Jahrgang 
1894
Seite
41
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Nr. 5.

Deutsche Photographen- Zeitung 1894. 41

irgend mit der Trockenplatte zu Wege gebracht werden kann. Auch die beiden ansprechenden Bilder von Harry Tolley,Vor der Aussaat vier-

zPandiger Pflug und die SeelandschaftEin Vorgebirge, sind wohl Kohle-

rucke. Unter dem Namen Robinson sind zwei Bilder vorhanden. Es ist sehr schwer zu entscheiden, welches das interessantere und das vollendetere ist; jener Platindruck auf rauhem Papier(1893), eine Landschaft mit Staffage, von dem altberühmten H. P. Robinson, die so recht zeigen kann, was sich durch passende Wahl des Standpunktes und glückliche Belebung der Natur- scenerie erreichen lässt, denn man kann die Landschaft sich kaum ohne diese Staffage denken oder das andere Bild, eine Landschaft mit Windmühle, das von Ralph W. Robinson herrührt und schon anlässlich der Wiener Amateur- Ausstellung von sich reden gemacht hat. Wir sehen vor uns einen Weg, auf dem ein Pärchen, uns den Rücken zukehrend, Arm in Arm dahinschreitet. Rechts ragt eine holländische Mühle empor. Das Bild hat mit und vor vielen anderen dazu herbalten müssen, von den Vertretern der sogenannten Flauhbeitsschule für ihre Theorie fructifieirt zu werden. Ich bin, wie Ihnen wohl erinuerlich sein wird, in dem BerlinerPhotographischen Verein und später in den Photographischen Nachrichten den Ansprüchen und sogenannten Beweis- führungen der Fürsprecher und Vorkämpfer dieser Richtung scharf entgegen- getreten und habe ganz besouders darauf hingewiesen, dass, wenn man auf die Schärfe der photographischen Wiedergabe verzichtet und die ganzen Contoure des Gegenstandes verschwimmen lässt, man einen specifischen Vorzug der Photo- graphie aufgiebt, ohne bei dem ganz verschiedenen Charakter der undeutlichen Darstellung in der Photographie und in der Kunst dafür etwas annähernd

gleich Werthvolles einzutauschen. Ich gehe darauf also hier nicht näher ein. (Fortsetzung folgt.)

Zur Frage der Tonfixirbäder. Von J. v. Norath.

Sage mir, wie Du Deine Bilder fertig machst, und ich sage Dir, wie lange sie halten werden! EFs sollte dieser nach einem bekannten Sprichwort gemodelte Spruch in dem Arbeitszimmer eines jeden Photographen mit unvergänglicher Farbe ge- schrieben sich finden, um denselben stets daran zu erinnern, dass er selbst über die Haltbarkeit seiner Copieen entscheidet.

Man hat so viel hin und her gestritten, ob Albumin- oder Gelatinepapier, oder Celloidin- und gewöhyliches Kollodionpapier das haltbarste Bild liefere, und ist noch immer unicht zu einer definitiven Entscheidung gekommen. Mit einer Menge von meist ad oculos Beweisen und nicht sehr stichhaltigen Gründen wurde auf beiden Seiten der Kampf geführt, wobei beide Parteien vielfach so- wohl recht als auch unrecht hatten. Wenn man naämlich sachgemäss alle in Frage kommenden Punkte beachtet, dann wird das Ergebniss dahin lauten, dass die Haltbarkeit eines photographischen Silberdruckes in erster Linie von der Behandlung des Druckes nach dem Verlassen des Copirrahmens bis zur letzten Satinage abhängig ist. Hierher gehört vor Allem das Tonen und Fixiren.

Die älteren Herren Collegen werden mir gewiss beipflichten, dass zur LZeit, als das Albuminpapier noch das dominirende Copirpapier war, in zehn Jahren nicht so viel über das Verderben von Copieen geklagt wurde, als jetzt in einem einzigen Monat. Die Fragekasten der verschiedenen Fachzeitschriften doeumentiren dies zur Genüge. Wollte man aber hieraus schliessen, dass das Albuminpapier diese erfreuliche Thatsache bewirkt habe, so würde man sich sehr auf dem Holzwege befinden. Nicht das Papier, sondern einzig und allein die getrennten Tonbäder und Fixirbäder, die nach richtigem Princip herge- stellt und behandelt wurden, liessen ein so günstiges Resultat erreichen.

Wir beguügen uns aber nicht damit, Vorstehendes so allgemein behauptet zu haben, sondern wollen dies auch so beweisen, dass Jeder, der ernstlich will, sich das Facit selber machen kann.

Die Einführung der Tonfixirbäder in die photographische Praxis haben wir bekanntlich dem Gelatinepapier, dem sogenanntem Aristopapier, zu verdanken.