———
26 Deuische Photographen-Zeitung 1894. Nr. 9. der ziemlich ungleichen Technik des platinverfahrens vornehmlich in der Gunst oder Ungunst der Motive an sich, worin der Eine eben doch vor dem Anderen bevorzugt gewesen ist. Jedenfalls ist die ganze Ausstellung sehr belangreich.
Dann haben wir als zweite Gruppe eine mit Freuden zu begrüssende An- zahl von Stiftungen ausdrücklich für kleinere Photographen. Es gebört nämlich zu den immer wiederholten melancholischen Einwendungen gegen alles Zureden zu lebhafterer Betheiligung an unseren Ausstellungen(wie übrigens an Aus- stellungen überhaupt), dass gesagt wird, es sei für den bei Weitem grössten Theil der Photographen eine ganz überflüssige Bemübung, auszustellen; denn da kämen dann die Leute, die grössere Geschäfte haben und theuere Arbeits- kräfte zu bezahlen in der Lage sind, die aber selbst an ihren Arbeiten kaum etwas machen; und die erhbielten natürlich immer die hohen Preise. Wer mit seinen eigenen Händen sein Brod verdienen müsse, sei in allen— ja gleich- mässig zum Erfolge mitwirkenden— Theilen und Seiten der photographischen Technik naturgemäss nicht so gleichmässig gewandt, wie die Specialgehilfen grösserer Anstalten es in ihrer besonderen Fertigkeit sein können; auch habe ein solcher meist nicht die Zeit— von den eventuell dazu erforderlichen Mitteln ganz abgesehen—, um sich Ausstellungsarbeiten mit Nachdruck widmen zu können. Das hat ja bis zu einem gewissem Grade seine unzweifel- hafte Berechtigung, und es ist eine wichtige Aufgabe, die hierin liegende Schwierigkeit nach Thuplichkeit aus dem Wege zu räumen. Um so mehr ist es anzuerkennen, dass es einige Firmen unternommen haben, hier einzutreten und durch eigenthümlich bedingte Stiftungen gerade Diejenigen, die mit be- schränkten Mitteln arbeiten, zu einem Wettkampfe unter sich aufzufordern. Da ist dann Sonne und Wind gleichmaässig vertheilt, und jeder kann unter gleichen Chancen zeigen, was er kann.
Da haben wir in erster Linie die Janssen-Stiftung, welche nur solche selbstständige Photographen— unter Ausschluss von Filialen— zulässt, die in Städten mit nicht mehr als drei Portrait-Ateliers ihr Geschäft betreiben. Sie sollten sich durch 12 Cabinetbilder und 24 Visitkarten— gewöhnliche Tagesarbeiten mit möglichst wenig Retouche, Costümbilder ausgeschlossen— über ihre Leistungsfähigkeit ausweisen. Allerdings war bier der Preis— ein Goerzsches Extra-Rapid-Lynkeioskop im Werthe von 350 Mk.— ein ungewöbn- lich hoher und verlockender. Trotzdem bin ich geneigt, die überraschend rege Betheiligung— 17 Bewerber!— vorzugsweise darauf zurückzuführen, dass der Kreis der Zuzulassenden besonders geschickt abgegrenzt war. Städte mit drei Ateliers werden in der Regel schon keine ganz kleinen, sicher keine ganz unbedeutenden oder ärmlichen, verkehrsmatten sein, So dass im Concurrenz- kampfe einzelne Ateliers sich bereits auf eine höhere Stufe zu heben ver- mögen, und das Publikum dem Photographen— ich möchte sagen—„schätz- bares Material“ darbietet. Wir dürfen es sieher als den gescheidtesten und sachgemässesten unter den Gedanken, die in den Kennsprüchen diesmal zu Tage getreten sind, bezeichnen, wenn einer der Bewerber sich mit dem Schmerzensschrei vorstellt:
Fehlt in der Stadt fein Publikum,
0 Photograph, bleibst du da dumm! So baben wir innerhalb der gegenwärtig unserer Behandlung unterliegenden Gruppe der Stiftungen bei dieser auch die hervorragendsten Leistungen ange- troffen, dergestalt, dass es dem Preisgerichte viel Kopfzerbrechen verursacht hat, den Sieger im Streite zu bezeichnen; namentlich die beiden endlich wohl als die Besten herausgefundenen liessen sich kaum ohne eine gewisse Will- kürlichkeit einander über- und unterordnen, und ein recht achtbares Niveau der Arbeiten reicht hier weit hinein, doch bis etwa zu dem Zehnten in der aufgestellten Rangordnung. Mir scheint, mit einem solchen Ergebnisse hat man alle Ursache zufrieden zu sein.
Hierauf folgt die Hildesheim-Stiftung von den Herren L. W. Kurtz in Wiesbaden und Oscar Suck in Karlsruhe. Sie fordern 12 Cabinetbilder und 12 Visitkarten— gewöhnliche Tagesarbeiten mit möglichst wenig Retouche— ausschliesslich von solchen Photographen, welche entweder obne jede Hilfe
.* 8 4 1 ————— 2 4* 8* — 2———— ö
N.
adr büebäe ni drigen St er belber kal zu der Ausst be dieser 8t unl u Lel leiten Kanl niſbt ausges 2u Hilfe Ko sen des 6 zvölf hewè Kêmmen zu Tlat: währ. anfängt un⸗ Alrundung
guteb Anllt Bewerber(b es ist jeder auffälligem
det zwische in Allem g zu verzeich
8 5¾
T „
Kiustleris


