374 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 46.
das Kaliumferridoxalat in der Kohlensäure ganz gleichmässig die benetzte Fläche angegriffen, während in der Luft ein durchsichtiger Rand entstanden war. Hieraus folgt, dass das Kaliumferridoxalat (Oxydsalz), welches dureb Abgabe von Sauerstoff an das Silber beim Abschwächen zu Kaliumferrooxalat(Oxydulsalz) reducirt wird, den abgegebenen Sauerstoff aus der Luft wieder aufnimmt und sich also fortwährend regenerirt. Man kann demnach mit einer geringen Menge des grünen Salzes sehr viel ausrichten und eine solche nun- mehr klarbleibende Abschwächungsflüssigkeit sehr lange brauchen. Auch die durch manchmal ausgeschiedenes Eisenoxyd entstandene Gelbfärbung*) abgeschwächter Negative fàällt jetzt weg. Dagegen bält die oft empfoblene Mischung von Fixirnatronlösung mit rothem Blutlaugensalz noch keine Stunde; ganz abgesehen davon, dass man das Kaliumferridoxalat sofort nach der Fixage anwenden kann, wäh- rend die Abschwächung mit rotbem Blutlaugensalz, beim Arbeiten mit dem Eisenentwickler, die ganze Schicht blau färbt. Da das Kaliumferridoxalat jetzt auch von den Händlern geliefert wird, dürfte der allgemeinen Einführung desselben nichts mehr im Wege stehen.
Auch auf 1:2000 bis 1: 3000 verdünnt zum Vorbade vor der Entwicklung mit Eisenoxalat(d. h. so, dass dann im Vorbade nach obigem Verhältniss festes Fixirnatron enthalten ist), oder als 1% ige Lösung zum tropfenweisen Zusatz bei der Entwicklung, fiude ich, dass das saure Fixirbad bessere Resultate giebt, indoem es die Mo- dulation der Lichter besser bewahrt, als das blosse unterschweflig- saure Natron.
Der Photographische Congress.
(Abgebhalten in Paris vom 6. bis 17. August 1889.) (Schluss.)
Bezüglich der Bestimmung der Empfindlichkeitsgrade von Trocken- platten wurde vom Präsidenten die Herstellung einer Scala von grauen bis schwarzen Tönen empfohlen, welche durch die Belichtung von ein- bis mehrmal 5 Secunden, bei einem Lichtabstande der Amyl- lampe von Im, auf einer Platte bergestellt werden könne. Als Ent- wickler wird das Eisenoxalat und als Entwickelungsdauer 5 Minuten bei ungefähr 15⁰ C festgesetzt.
Dieser Vorschlag wurde vom Congress angenommen, immerhbin aber das Warnerkesche Photometer mit dem Unterschiede, dass die Amyllampe an Stelle der phosphorescirenden Platte tritt, wegen seiner Bequemlichkeit beibehalten.
Bezüglich der einheitlichen Bestimmung der Brenn- weite wurde vorgeschlagen, dass dieselbe vom Emissionscentrum aus genommen werde. Die Fabricanten sollen für die Zukunft dieses Centrum, sowie die genaue Brennweite auf der Fassung bemerken. Um die genaue Brennweite eines Objectivs zu erfahren, wurden drei
.».) Die sich übrigens durch Alaunlösung mit 5% Salzsäure sehr schnell ent- fernen lässt.
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