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242 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 30.
Der Erfolg war sofort durchschlagend. Ohne jeden Zusatz und obne Verdünnung des Entwicklers erbielt ich ein Bild von rein schwarzen Schatten, gut modulirten Halbtönen und reinen Weissen, in äusserst weicher, harmonischer Abstufung. Besonders zeigten die leichteren Halbtöne ein zartes Silbergrau, wie man es mit Eisenoxalat nur selten erhält, und bei hochempfindlichen Papieren nur bei peinlichst richtig getroffener Exposition. In demselben Quantum Entwickler entwickelte ich noch drei weitere Bilder von gleicher Exposition und erhielt bei ziemlich gleicher Dauer der Hervorrufung gleichmässige Resultate. Nach mancherlei Versuchen, deren Einzel-Aufzählung bier zu weit führen würde, glaube ich folgenden Modus als den practisch- sten herausgefunden zu baben und denselben empfehlen zu können.
Ich setze den Entwickler an nach Vorschrift des Prospectes und zwar in getrennten Lösungen. Für jedes Negativ nehme ich frischen Entwickler und filtrire denselben, nachdem die Entwicklung beendet in eine enghalsige, nicht zu weite Flasche, deren eingeriebener Glas- stöpsel stets wohlverschlossen zu halten ist, um die Flüssigkeit möglichst vor Luftzutritt zu schützen. Entwickler, welchem wäbrend der Hervorrufung Bromkali zugesetzt wurde, darf natürlich in diese Flasche nicht kommen. Diese Flasche wird mit I bezeichnet. Zur Hervorrufung wird das exponirte Papier wie gewöhnlich in Wasser geweicht und, nachdem dieses abgegossen, ein entsprechendes Quantum aus Flasche I aufgegossen. Bei richtiger Exposition ent- wickelt sich das Bild in mässiger Geschwindigkeit und sehr gleich- mässig, so dass man den Process vorzüglich überwachen kann. Ist genügend Kraft erreicht, so giesst man rasch den Entwickler ab in
eine mit II bezeichnete Flasche und spült das Bild in der Waune
mehrmals mit Wasser ab. Gesäuertes Wasser ist bier nicht noth- wendig; fixirt wird in der üblichen Weise in 5procentiger Natronlösung, ein Alaunbad vor oder nach der Fixage ist nicht nothwendig, da ich weder bei verschiedenen Platten- noch Papiersorten Neigung zum Kräuseln bemerkt habe. Den in Flasche II abgegossenen Entwickler kann man, wenn immer gut verkorkt aufbewahrt, noch mehrere Male verwenden, ich babe bereits bis zu fünf Bildern in demselben entwickelt, allerdings wurde bei den letzten die Ent- wieklung langsamer; doch blieben Ton und Weissen noch immer gut, falls die Exposition riehtig war. Exponirt man jedoch etwas über und entwickelt dann in solchem mehrfach gebrauchten Ent- wickler, so erhält das Bild einen warmen Sepiaton, der, für Ver- grösserungen von Portraits weniger geeignet, doch für Landschaften recht hübsche Effecte giebt.
Ob sicb der gebrauchte Entwickler später noch regeneriren lässt, weiss ich nicht, da für solche Versuche meine chemischen Kenntnisse nicht ausreichen. Sollte dieses nicht der Fall sein, so hat der Ent- wickler jedenfalls auch ohne das in reichem Maasse seine Schuldig- keit gethan und kann gehen. Nach dem Trocknen bekommen die mit Eikonogen bervorgerufenen Bilder einen eigenen zart seidenartigen Glanz, wie ich ihn bisber bei Gelatinepapier nicht gefunden habe.
Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorzug dieser Entwicke- lungsmethode ist jedenfalls die grosse Sauberkeit des ganzen Pro- cesses, denn nicht nur Gefässe, Natronbad und Hànde bleiben sauber,
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