Jahrgang 
1889
Seite
230
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230 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 28.

Kohlensaures Natron zum ersten Wasser nach dem Fixiren gab. Brachte ich aber die Bilder dann ins nächste reine Wasser, so waren die Blasen sofort da. Vor einiger Zeit vertrieb ich Blasen vollständig, indem ich eine kleine Quantität kohlensaures Natron, 1:10, zum Fixirnatron gab. Hierauf erhielt ich ein neues Papier, bei welchem dieses Mittel, trotzdem ich mehr zugab, nichts mehr half und ich musste nnn wieder zu meinem altbewährten NMittel greifen. Ich rathe Jedem, dasselbe zu versuchen, und umsomehr, da man zu einem Versuch keinen Pfennig auszugeben braucht. Ich verfahre wie folgt: Nachdem die Bilder im Goldbad getont sind, werden sie abgespült, und mein Gebilfe schichtet dieselben in einer Ecke der Wasserschaale aufeinander, Visit- allein, Kabinet- allein und grössere Bilder allein Hierauf werden sie, jede Grösse für sich, zwischen glatte Wachs- leinewand und diese dann auf ein glattes Brett oder einen Tisch gelegt und mit einem Quetscher so lange gedrückt, bis die Bilder etwas durchsichtig werden.(Man siebt dieses am besten in der Aufsicht auf der Rückseite der Bilder.) Nachdem kann man nochmals ab- spülen und dann die Bilder in das Fixirnatron geben. So behandelte Bilder bekommen keine Blasen, ausser vielleicht an den Rändern, wenn sie nicht genau aufeinander geschichtet sind. Dieses macht jedoch nichts, da die Ränder abgeschnitten werden. Die ganze Manipulation nimmt ungefähr 2 5 Minuten in Anspruch. leh verwende deshalb Wachsleinewand, weil sich die Bilder nicht so leicht darin ver- schieben und die Wachsleinewand viele Jahre lang hält. Meinem Quetscher benutze ich mindestens 12 Jabhre und er ist noch so gut wie anfangs. Wer erst mit ein paar Visitbildern einen Versuch machen will, der lege dieselben blos zur Hälfte zwischen zusammen- gebogenes Kartonpapier, lege es auf den Tisch und drücke mit den Handballen fest darauf. Einfacher ist es, man legt den Karton auf den glatten Fussboden und stellt sich einen Augenblick behutsam mit dem Fuss darauf und gebe die Bilder dann zum Fixiren. Falls das Papier Blasen giebt, werden dieselben an dem nicht gedrückten Theil des Papier kommen, an dem gedrückten Theil jedoch sicher- lich nicht. Wer diese Methode anwenden will, der kann sich dann nach seiner eigenen lIdee einen Quetscher construiren. Ich kann dieses Mittel nur empfehlen, denn es ist einfach, radical und billig.

Alle andern mir bekannten Mittel kosten mehr Geld und erfordern.

ebensoviel und noch mebhr Zeit, als das Quetschen. Alkohol ist ein sehr theures Mittel und erschöpft sich bald, sodass er auch nicht, mehr zum Brennen zu brauchen ist. Salz ist auch kein zuverlässiges Mittel und müssen die Bilder länger im Bade verweilen, als meine Quetschmethode Zeit in Anspruch nimmt. Ammoniak ist theuer und wegen seines widerlichen Geruches nicht angenehm. Alaun ist gar nicht anzuwenden, da die Bilder sehr schnell gelb werden. Temperaturunterschied und Temperaturgleichheit hat auf die Blasenbildung gar keinen Einfluss, es sei denn, dass man kochen- des Wasser in einem Strahl auf die Bilder giesst. Dort, wo derselbe die Bilder trifft, wird eine grosse Blase entstehen. Da ich die Fabrikation des Albuminpapiers nur aus Büchern kenne und man auch nicht erfährt, was Alles zum Präpariren des Albuminpapiers verwendet wird, so kann ich auch nichts weiter darüber mittheilen,

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