Jahrgang 
1889
Seite
215
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Nr. 26. Deutsche Photographen-Zeitung 1889. 215

Eigenschaft der Negativs zu erzielen. Zum Schluss noch ein kleines Beispiel über das gewohnheitsmässige mechanische Arbeiten beim Entwickeln der Trockenplatten. Ein befreundeter Photograph, welcher seither mit einer Platte von mässiger Empfindlichkeit gearbeitet hatte, wünscht seine Aufnahmen, welche Trockenplatten von höherer Empfindlichkeit bedingten, ein entsprechendes Fabrikat in seinem Atelier einzuführen. Längere Zeit wollte es ihm jedenfalls nicht gelingen, mit diesem neuen Fabrikat die gewünschten Resultate zu erlangen, ohne den Grund bierfür ausfindig machen zu können. Die Platten waren meist mehr oder weniger belegt und gaben des- halb, obgleich, wie zu seben, die hohen Lichter gut angemerkt waren, ein monotones Bild ohne Kraft. Wurde die Platte indess zur Hälfte durchgeschnitten, so gab die mit gleichem Entwickler behandelte Hälfte seiner Collegen ein klares, kräftiges Negativ. Mit diesem begab ich mich bei einer sich bietenden Gelegenheit in das Atelier des vorhin erwähnten Photographen, um an Ort und Stelle eine Platte zu entwickeln. Sehr bald zeigte es sich, worin der Grund des Misserfolges lag. Die Dunkellaterne, welche benutzt worden war, hatte eine sehr helle gelbrothe Glasscheibe, ferner kam an den vier Seiten, wo dieselbe in der Blecheinfassung war, ein Schein weisses Licht hervor. Zum Entwickeln war auf 3 Theile oxalsaures Kali 3: 10 1 Theil Eisenlösung 1:3 genommen worden. Der Enut- wickler war demgemäss so stark, dass ein geringes Mehr der Eisen- lösung die Ausscheidung des oxalsauren Eisenoxyduls bewirkte. Während der Entwicklung befand sich die Schaale mit der Platte in unmittelbarer Nähe der betreffenden Laterne, wobei noch die Platte, wie gewohnt, ab und zu bei dieser Lichtquelle auf ihre Kraft geprüft wurde. Das Bild erschien sehr schnell, nach und pach be- legen sich die im Anfang klaren Ränder der Platte und das Negativ war monoton und schbleirig. Es war nun leicht einzusehen, dass die früher verarbeiteten Platten wegen ihrer geringen Empfindlichkeit nicht so leicht bei dieser Behandlung den erwähnten Febler zeigten, als diejenigen von höherer Empfindlichkeit, und dass der Misserfolg nur in der Behandlung der letztgenannten Plattensorte liegen konnte, wie auch der nachher mit der anderen Hälfte der Platte vorgenom- mene Versuch deutlich zeigte. Vorab wurde, anstatt wie oben 6 der Eisenlösung dem Kaliumoxalat zuzufügen, ein geringer Theil zurück- behalten. Um den Einfluss des hellen Lichtes etwas abzuschwächen, wurde die Entwicklungsschaale, nachdem der Entwickler gleich- mässig über die Platte gebracht worden war, eine Zeit lang in einiger Entfernung von der Dunkellaterne gehalten und so entwickelt. Das Bild kam langsam, aber stetig, die Ränder blieben alle klar, ob- gleich bei erwähntem Licht ab und zu die Platte behufs Beurtheilung der Eigenschaften betrachtet wurde. Das zurückbehaltene Quantum Eisenlösung wurde nicht zugesetzt, da der Zusatz sich als überflüssig erwies, indem die Platte mit allen Details kam und sich auch ge- nügend kräftigte. Nach der Fixage zeigte es sich, dass das Negativ völlig klar und gut modulirt, überbaupt ein sehr schönes, brauch- bares Negativ war. Seitdem, und nach Abstellung der erwähnten Mängel, arbeitet der betreffende Photograph mit dieser Plattensorte ohne Schwierigkeit mit bestem Erfolg. So findet man bei genauer