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204 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 25.
O. Jesse in Steglitz hat keine Mühe gescheut, um in diesem
Jahre die leuchtenden Nachtwolken photographisch zu überwachen
und eine Reihe Beobachtungsstationen so organisirt, dass auch die photogrammetrische Bestimmung der jeweiligen Höhe der Wolken möglich sein wird. Auf Veranlassung des Herrn Prof. Förster in Berlin sind 7 Stück mit sehr lichtstarken Buschschen Portraitobjee- tiven ausgestattete Messinstrumente angefertigt worden, die an ver- schiedenen, passend weit von einander entfernten Orten Aufstellung finden sollen. An sämmtlichen Punkten wird correspondirend beob- achtet und werden die photographischen Aufnahmen auf die Secunde genau überall gleichzeitig ausgeführt. Auf diese Weise wird es möglich sein, die Grundlagen für die photogrammetrischen Höhen- bestimmungen zu gewinnen. Sollte an einem Abend das Pbänomen an einzelnen Orten, die mit den genannten Apparaten besetzt sind, wegen davorstehender Wolken oder dergl. nicht zu beobachten und photographisch zu fixiren sein, so lassen sich die Resultate der günstiger gelegenen Stationen zu Messzwecken verwenden.
Hier in Braunschweig haben die photographische Ueberwachung der leuchtenden Nachtwolken Herr Prof. Dr. C. Koppe und der Unterzeichnete übernommen und erhalten wir zu diesem Zwecke zwei der erwähnten Berliner Apparate nach hier, werden aber auch
mit anderen Instrumenten und Objectiven die Erscheinung verfolgen
und fixiren. Während des Photographirens, Beobachtung der Zeiten auf Chronometer u. s. f., ist es natürlich nicht möglich, dem Phä- nomen selbst unausgesetzte Aufmerksamkeit zu schenken. Damit nun aber keine Veränderung oder auffällige Erscheinung der Beob- achtung entgeht, wird Herr Hofbuchhändler Lord die directe Beob- achtung mittels eines Fernrohrs übernehmen. Unser Observatorium baben wir an der Nordseite der hiesigen technischen Hochschule so hoch errichtet, dass die vor uns liegenden Häuser nur 1°vom Hori- zonte verdecken. Es ist von hier aus das Dämmerungssegment von NNW bis NNE vollständig zu übersehen.
In diesem Jahre ist die Erscheinung der leuchtenden Nacht- wolken bisher nur ganz untergeordnet aufgetreten. Wir bemerkten in Braunschweig zuerst in der Nacht vom 7. zum 8. Juni gegen 11 Uhr im Dämmerungssegment einen schwach leuchtenden Sreifen, den auch O. Jesse in Steglitz wahrgenommen, wie er uns sofort per Telegramm mittheilte. In der Nacht vom 9. zum 10. Juni, kurz vor 1 Uhr, wiederholte sich das Leuchten, etwa 5° über dem Horizonte, stärker, sodass wir im Stande waren, die Erscheinung— welche in NNW auftrat und sich dann in dieser Richtung vorschob— photo- graphisch zu fixiren. Wir haben zwischen 1 und 2 Uhr den Verlauf des immerhin noch sehr lichtschwachen Phänomens 8 mal auf- genommen und somit in diesem Jahre die ersten Photographien der leuchtenden Nachtwolken erbalten. Zur Aufnahme benutzten wir einen Schnellarbeiter(5 B) von Voigtländer mit voller Oeffnung (Staubblende), mussten aber, bei der grossen Lichtschwachheit des Objects, 3— 5 Minuten exponiren.
Da, wie schon oben erwähnt, die leuchtenden Nachtwolken viel- leicht nur noch in diesem Jahre die zu ihrem genauen Studium hin- reichende Lichtstärke und Häufigkeit des Auftretens zeigen werden,
Nr. h.
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