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Nr. 25. Deutsche Photographen-Zeitung 1889. 205
ist es von grösster wissenschaftlicher Bedeutung, dass ihre Beob- achtung von möglichst vielen Seiten erfolgt und die Resultate bekannt gegeben werden. Es sind daher auch in meteorologischen und astro- nomischen Zeitschriften vielfach Aufrufe in dieser Richtung ergangen, aber soviel uns bekannt, hat noch keine photographische Zeitschrift eine ähnliche Aufforderung zum Abdrucke gebracht. Gerade dem Photographen von Fach würde es ohne grosse Schwierigkeit möglich sein, ein reiches und werthvolles Material herbeizuschaffen. In seinem hoch und nach Norden gelegenen Atelier besitzt er ein prächtiges Observatorium, um die in Frage stehende Erscheinung zu beobachten, und zur Aufnahme stehen ihm die hier unbedingt nothwendigen grossen und lichtstarken, schnell arbeitenden Portraitköpfe zur Ver- fügung. Je nach der wechselnden Lichtstärke des Phänomens wird er die erforderliche Expositionszeit mit grösserer Sicherheit ab- schätzen können. als ein Nicht-Photograph und so Feblexpositionen fast gänzlich vermeiden.
Hoffentlich geben diese Zeilen vielen Photographen die An- regung auf die leuchtenden Wolken Acht zu geben und dieselben bei ihrem Erscheinen lichtbildlich zu fixiren. Besonders erwünscht wäre es, die Erscheinung in kurzen Zwischenräumen zu photographiren und die Wandlungen, denen das Phänomen unterworfen ist, festzuhalten. Es darf nicht vergessen werden, Tag, Stunde und Minute der Auf- nahme genau zu merken und zu notiren.
Zur Orientirung über das Auftreten der leuchtenden Wolken zum Schlusse noch wenige Worte: Die leuchtenden Wolken sind nur in demjenigen Theile des Himmels zu suchen, welcher von der unter dem Horizonte stehenden Sonne schwach beleuchtet wird— dem „Dämmerungssegmente“. Sie sind, wenn die Umstände sonst günstig, dann sichtbar, wenn die Sonne etwa 10°unter dem Horizonte steht; in diesem Falle erreicht der Dämmerungsbogen eine Höhe von un- gefähr 20°. Man kann die Erscheinung von 10 Uhr abends bis ea. 1 Stunde vor Sonnenaufgang erwarten. Mit den Cirrus- oder Federwolken sind die leuchtenden Wolken nicht zu verwechseln; erstere sind im Dämmerungsbogen stets dunkel, letztere dahingegen immer hell und ganz eigenthümlich und unverkennbar phosphores- cirend leuchtend.— Die Aufnahme muss mit sehr lichtstarken Ob- jectiven, und selbst hier obne nennenswerthe Abblendung, erfolgen. Tritt das Phänomen sehr glänzend auf, dann genügt es, einen Bruch- theil einer Minute zu exponiren; ist die Erscheinung aber licht- schwach, so muss man den Objectivdeckel mehrere Minuten lang ge- öffnet halten.
Braunschweig, Technische Hochschule, den 15. Juni 1889.
Prof. Dr. Max Müller.
Bemerkung. Im Anschluss an die vorstehende interessante Mittheilung bitte ich die werthen Leser, sowie insbesondeie die Mitglieder des D. Phot.-V., diese Bestrebungen eifrig zu unterstützen und zwar durch directe Aufnahmen solcher leuchtender Wolken. Von etwa gefertigten Aufnahmen bitte ich mir freundl. je einen Abdruck mit genauer Zeitangabe und Mittheilung etwa sonst interes- santer Umstände zukommen zu lassen; ich werde die weitere Verwendung der- selben im wissenschaftlichen Interesse veranlassen, auch erfolgt darüber an dieser Stelle später Bericht.
Weimar, 16. Juni 1889. K. Schwier.
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