194 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 24.
Strahlen aufsaugen, stark überexponirt sind, namentlich wenn die 1 Beleuchtung eine contrastreiche war; aus dem Grunde müssen Sie b zu erreichen suchen, auch dem Kopfe eine dunklere Beleuchtung ange- deihen zu lassen, um Harmonie ins Bild zu bekommen, also mehr Gardinen zuziehen, woraus wieder die längere Belichtung resultirt. Bei sehr schwach beleuchteten Interieurs, die eine stundenlange Belichtung erfordern, kommt es deshalb auf eine ½ Stunde mehr
ar nicht an und ist es immerhin besser, eine reichlich exponirte Platte zu haben, als eine zu kurz belichtete, da man durch An- wendung eines alten oder sehr verdünnten Entwieklers sich stets hh helfen kann. Haben Sie sich nun die Belichtungszeit klar gemacht,
I so schliessen Sie den Raum ab und begeben sich, falls eine lange Exposition erforderlich ist, ruhig nach Hause, denn es gehört gerade nicht zu den Anpehmlicbkeiten, in dem betr. Raume stundenlang warten zu müssen. Selbstredend müssen Sie für die Belichtung eine
4 Tageszeit wählen, welche das Eindringen etwaigen Sonnenlichts
a verhindert und auch ab und zu mal nachschauen, ob noch Alles in
1 Ordnung ist. Ist die Exposition vollendet, so fange man mit einem
schwachen Entwickler an bervorzurufen, was namentlich bei Auf-
I nahmen mit Fenstern sehr ratbsam ist. Von den bislang gebräuch-
lichen Hervorrufern eignet sich der Pyroentwickler besser für Innen-
aufnahmen, als der Oxalatentwickler, da die Solarisation der Fenster bei Anwendung desselben nicht so stark auftritt. Auch den in neuerer Zeit vielfach angewandten Hydrochinon-Entwickler Kanm ich nach den damit erhaltenen Resultaten bestens empfehlen. leb
3 gebrauche folgendes Recept:
Lösung I. 10 g Hydrochinon,
50 g schwefligs. Natron,
500 g dest. Wasser.
Lösung Il. 50 g kohlens. Kali,
400 g dest. Wasser.
Beim Gebrauch mische ich gleiche Theile und fange mit uoch verdünntem oder altem Entwickler an. Die alte Hervorrufung be-
wahrt sehr lange ihre gute Entwicklungsfäbigkeit; ich habe mit
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Eutwicklers ca. 20 Platten(23/28 cm) bervorrufen können. Ist nun die Platte soweit fertig gestellt, dass selbe copirt wer—
1 . den kann, so finden Sie meistens, dass dieselbe vorläufig noch einen sehr unharmonischen Abdruck hergiebt; es bedarf in vielen Fällen noch einer ziemlichen Bearbeitung der Platte. Ich gehe dabei folgendermaassen zu Werke: Habe ich eine starke Solarisation und lässt es die Platte zu— es vertragen nicht alle Platten diese Mani-— pulation— so versuche ich die partielle Abschwächung dieser zu dicht gekommenen solarisirten Stellen. Ich tauche zu diesem Zwecke ¹ ein weiches Rehleder in Alkohol oder pulverisire ossa sepia und
schleife vorsichtig mit diesem über den Finger gezogenen Leder io kreisrunden Bewegungen die pPlatte an den betr. Stellen ab. Es ist dies eine mühsame, Geduld erfordernde Arbeit und gelingt auch, 4 wie gesagt, nicht immer, da nicht jede Emulsion sich dazu eignet. Nachher flecke ich die Platte aus und spanne hierauf auf die Glas- seite des Negativs feines Pflanzenpapier. Alsdann nehme ich ein sebr
. einem und demselben Quantum unter nur geringem Zusatze frischen


