Jahrgang 
1889
Seite
190
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190 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 23.

der nach Modell, unter tüchtiger Leitung, gezeichnet hat, kennt den gewaltigen Einfluss der Stimmung des Hintergrundes auf das Relief des ersteren. So geschulte Operateure werden es auch nicht nöthig haben, sich erst durch einen Bliek in die Camera von der Wirkung zu überzeugen; das bezeugt Einseitigkeit und Zeitverlust ist die Folge; sondern sie werden ihr Modell mit dem dazugehörigen Hintergrund direct auf correcte Stimmung prüfen.

leh komme jetzt zu einer Erscheinung, einer Beschränkung, welcher sich eine Anzahl von Photographen ergeben haben. Viele Photographen huldigen nämlich der Ansicht, dass die Köpfe einer Gruppe im Atelier ob als Figuren oder nur Köpfe stets so gestellt sein müssten, dassKkeiner dem Licht entgegen gewendet ist, Dass eine solche Einschränkung zu der grössten Einseitigkeit führen muss, liegt klar auf der Hand. Warum aber sind Vielen solche Kopfstellungen unmöglich? Sie arbeiten eben mit viel zu tiefem Seiten- und Vorderlicht!! Die Ansicht ist auch ganz hinfällig, dass eine Störung der Ruhe durch so vielseitig gewendete Köpfe, welche bei richtiger Behandlung die interessanteste Mannigfaltigkeit der Linien und der Lichter zeigt, verursacht würde. Eine solche An- sicht jst ein Zeichen von Schwäche. Während gerade die Mannig- faltigkeit, der Wechsel der Linien einem Arrangement die Symmetrie benimmt, vollendet eine einheitliche Beleuchtung alles Andere; nur darf man nicht das Princip aufstellen, jeden einzelnen Kopf einer Gruppe vollendet schön beleuchten zu wollen, vielmehr behalte man die Gesammtwirkung vor Augen und sorge dafär, dass jeder Kopf, jede Figur detaillirt beleuchtet ist, Was mit geringer Mühe fast allein durch Schliessen der Seitenwand, wenigstens bis auf die Höhe des höchsten Kopfes, erreicht wird. Unterlässt man dieses, so erhält man eben jene weisslich schimmernden Bilder, von denen ich schon oben sprach; wollte man wagen einen Kopf dem Lichte entgegen zu wenden, so würde sich dieses durch Aufhellen der Augen rächen. Im übrigen zeigt sich dieses aber stets darin, dass eine Abstufung des Lichtes in den Köpfen und Figuren von oben nach unten fehlt. Das Leiztere, die schöne Abstufung, ist aber ein Hauptcharacterzug Kkünstlerischer Beleuchtung. Ich warne auch durchaus vor dem zu tiefen Oeffnen der Seitengardinen bis hinter die Figuren, wenn man dem Kopfe der Figur auf der Lichtseite nicht eine eigenthümliche Verzerrung aufprägen will, die sich sogar auch an der Kleidung sehr unschön bemerkbar machen kann.

(Schluss folgt.)

Fragekasten.

Fragen.

805) Als Besitzer von Silberrückständen möchte ich wissen, wie diese am besten zu verwerthen sind, event. wie viel an Baarwerth hat:

1) 500 g reines Chlorsilber?

2) 500 Schwefelsilber aus Fixirbädern? 3) unfixirte Albuminpapierabfälle pr. Pfd.?

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