180 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 22.
erläutern, was der Verfertiger jener Photographie durch Beleuchtung darzustellen beabsichtigt.
Es wird gewiss den Meisten das Gemälde des Prof. Gräfe in Berlin„Das Märchen“, welches so viel von sich reden machte, irgendwie bildlich vor Augen gekommen sein. Betrachten wir das Licht in dieser weiblichen Figur näher, so finden wir, dass sogenanutes directes Licht von der Contour der Lichtseite— die Beleuchtung kommt ausschbliesslich von hinten, dabei etwas seitlich— sich nur an einzelnen, dem Lichte am nächsten befindlichen, vorspriugenden Partien zeigt, was besonders am Oberschenkel des einen Beines in die Augen fällt; dagegen ist der Unterschenkel bedeutend schwäcber beleuchtet, wodurch sich die geschwungene Beugung des ganzen Beines sehr präcis natürlich darstellt. Der gesammte andere Körper, bis auf wenige Lichtstellen, befindet sich in einem Zwielicht(haupt- sächlich durch Lichtreflexe erbellter Schatten), welches den Haupt- lichtern an der Contour durchaus untergeordnet ist. Hierdurch wird die Rundung und Plastik ungemein gesteigert, ohne dass auch nur an einer Stelle die feinste Nuancirung verloren gegangen wäre. Das Haar, das Gesicht, der gesammte Körper zeigt jene unendliche Weichheit und dabei Bestimmtheit in allen Theilen der Formen, wie sie eben dem richtigen Helldunkel eigen ist, welches dem gesammten Kunstwerk das, was der Künstler Wärme nennt, verleiht, gleichgiltig ob es ein- oder mehrfarbig ist.
Die oben von mir erwähnte Photographie aber zeigte Härte; Kälte überall; nirgends war eine bestimmte Richtung, woher das Licht kam, zu erkennen. Die Schlaglichter und-Schatten müssen in jedem Bilde, welches auf künstlerischen Werth Anspruch erheben vill — ob Photographie oder Malerei— hestimmt vorhanden sein. Jener Photographie fehlten sie gänzlich, ja man konnte schliesslich ein wahres Chaos von Lichtquellen entdecken. Die meisten Photo- graphen können sich aber heute noch nicht entschliessen, sich ihr Atelier nicht als ein photographisches, sondern als ein Maler-Atelier zu denken, sie können ja nicht Licht genug haben, und jemehr Glas es hat, um so besser glauben sie daran zu sein. Die gegenwärtig noch immer verwendeten Lichtmassen sind gerade die Ursache, dass die Modelle wie von Licht umspült erscheinen, dass die Bilder den bekannten weisslichen Schimmer zeigen, welchen man als die höchste Errungenschaft in der Photographie preist, weil er den Bildern ein gewisses Lustre verleiht.— Nun frage ich aber:„Machen wir Portraits nur, um mit deren Brillanz zu coquettiren? oder sollen wir nicht lieber danach trachten, den Ton dem Kunstwerth unterzuordnen, wenn wir nur sonst dafür sorgen, dass er rein und ruhig ist?! Die künstlerisch schönsten Photographien aber, wie wenn das ganz natürlich wäre, zeichnen sich gerade durch einen eigenthümlich neutralen Ton aus, sie repräsentiren so das Modell, aber nicht das Rohmaterial des Bildes, denn dieses ist ja nur ein Mittel zum Zweck.“
Ein zweites Beispiel zum Beweise dessen, dass meistens zu breite Lichtmassen verwendet werden, giebt das Bild einer Dame mit sehr viel Goldschmuck und sonstigen glänzenden Zierraten, welche sich als form- und detaillose Klumpen darstellen. Woran liegt
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