Jahrgang 
1889
Seite
160
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160 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 19.

da man allein nicht rasch genug damit zu Stande kommt. Das erste gesäuerte Wasser läâsst man ungefähr zwei Minuten wirken, ersetzt es dann durch neues und wiederholt dieses nach einer Minute noch einmal. Dann kann man, ohne mit gewöhnlichem Wasser gewaschen zu haben, das Bild sofort ins Fixirbad bringen.

Das gesäuerte Wasser soll nicht nur die Entwicklung momentan nemmen, sondern es zerstört auch etwa in den Poren des Papiers abgelagerte Theilchen des verwendeten Eisens, welche sich sonst nach dem Trocknen als Rostflecken bemerkbar machen würden.

Das Fixirbad hat die gebräuchliche Stärke der Plattenfixage 125 und man lässt das Bild ca. 10 Minuten darin, in welcher Zeit es reichlich ausfixirt.

Selbstredend kann man das Fixirbad mehrfach gebrauchen, nur dürfen nicht mehr Platten darin entwickelt sein. Im Sommer thut man gut, demselben etwas Alaun zuzusetzen.

Nach dem Fixiren muss das Bild gut gewaschen werden, ent- weder in einer Wanne mit bàufigem Wechseln des Wassers und Zu- satz von etwas Eau de Javelle zu einem der letzten Wasser, oder wenn man das Waschen rascher beenden will, legt man das Bild auf eine etwas grössere Glasplatte, kneift es rings umher mit Copir- klammern fest und bringt es unter einen starken Brausekrahn. Das Auswaschen ist dann in ca. einer Viertelstunde beendet natürlich muss man auch die Rückseite waschen. Damit das Bild nach dem Trocknen geschmeidig bleibt, ist es besonders bei grösseren Bildern gut, dieselben nach beendeter Waschung ein Wasserbad passiren zu fassen, dem man 5% Glycerin zugesetzt hat, allerdings trocknen die Bilder nach dieser Procedur langsamer.

Da man das fertige Bild in nassem oder auch nur feuchtem Zustande nicht aufkleben kann, ohne Gefahr zu laufen, dass man die Gelatineschicht verletzt, so muss es vorher trocknen, und man hängt es zu dem Ende in einem gut geheizten Zimmer, aber nicht in der Nähe des Ofens, an einer Leine mittelst Copirklammern auf. Bei grossen Bildern pflege ich am untern Ende ein schmales, mit Papier umwickeltes Lineal festzukneifen; durch das Gewicht desselben wird das Papier verhindert beim Trocknen die Ränder krumm zu biegen.

Zum Aufkleben benutzt man am besten frisch bereiteten Stärke- kleister. Man bestreicht die Rückseite des vollkommen trocknen

Bildes gleichmässig mit demselben und lässt das Papier erst ordent-

lich durchweichen. Nachdem man das Bild auf eine glatte reine Unterlage gelegt hat, bringt man den angefeuchteten und gleichfalls mit Kleister bestrichenen Carton darauf und reibt ihn mit dem Ballen der Hand oder mit dem practischen Schulzeschen Anreiber gleich- mässig fest, worauf man das Ganze unter leichter Beschwerung zwischen mehrerenLagenLöschpapier freiwillig trocknen lässt. Aufjeden Fall ist es besser den Carton auf dem Bilde festzureiben, wie umgekehrt.

Hiermit ist der photographische Theil der Vergrösserungs-Arbeit beendet, und das Resultat ist, wenn alle Proceduren mit der nöthigen Umsicht und Accuratesse ausgeführt wurden und das Originalnegativ ein gutes war, ein effectvolles, künstlerisch wirkendes Bild mit rein- schwarzen, sammetartigen Schatten und zart und duftig bis ins reine Weiss der höchsten Lichter sich abstufenden Halbtönen, das selbst