Jahrgang 
1889
Seite
152
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152 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 18.

niederbewegen bis man das Bild in gewünschter Grösse und richtiger Lage bekommt, und ist es wieder am besten, das Bild einfach auf eine glatte Wandfläche zu werfen, wo man später das Papier ent- sprechend leicht befestigen kann. Für nicht sehr grosse Vergrösserungen jst stets die grössere Füllung einer unbenutzten Thür eine sehr ge- eignete Auffangfiäche.

Hat man durch Hin- und Herschieben des Stativs das Bild in richtiger Grösse erbalten, so erfolgt die genaue Einstellung mittelst der am Objectiv des Scioptikons befindlichen Triebschraube, worauf man, so weit es nothwendig, abblendet. Um dann das empfindliche Papier auf der Auffangfläche befestigen zu können, schliesst man das Objectiv mit einem Pappdeckel, dessen Boden aus Rubinglas besteht. Auf diese Weise sieht man das Bild in unactinischem Licht, doch noch deutlich genug, um das Papier mühelos in richtiger Lage anbringen zu können. Das ganze Scioptikon umhüllt man zur Vor- sicht mit einer dunklen Decke, nur die Objectivöffnung frei lassend. Nun befestigt man das vorher erst in entsprechender Grösse zuge- schnittene Papier mittelst Heftstiften, gebraucht aber dabei die Vor- sicht, dasselbe mit dem Oberkörper zu beschatten, besonders, wenn bei grossen Blättern die Befestigung etwas länger währt, denn rothes Licht ist bekanntlich nicht ganz unactinisch. Hat man das Papier völlig glatt und wellenlos befestigt, wobei man sich durchaus in Acht nehmen muss, die Schichtseite mit den Fingern zu be- rühren, wenn man nicht, was auf alle Fäalle zu empfehlen ist, baum- wollene oder Zwirnhandschuhe übergezogen hat; so ist zur Expo- sition Alles fertig und man schliesst das Objectiv, indem man über den darauf befindlichen Deckel einen bequem darüber passenden Papp- deckel setzt. Indem man nachher letzteren am Rande fest anfasst, kann man beide Deckel zusammen mit Leichtigkeit abheben. Wird die Vergrösserung vignettirt gewünscht, so erzielt man dies in be friedigendster Weise indem man eine entsprechende gewöhnliche Pappvignette zwischen Objectiv und Bild so einschaltet, dass das Bild einen angenehm weichen Verlauf bekommt. Man thut gut, diese Pappvignette beiderseits zu schwärzen.(Schluss folgt.)

b Personalien. Unser Mitglied Herr R. Horn in Sonneberg

wurde von Sr. Hoheit dem Herzoge Georg von Sachsen-Meiningen zum Hofphotograph ernannt.

Literatur. J. Ferret, la Photogravure facile et à bon marché. C. Klary, les portraits au crayon, au furain et au pastel, obtenus au moyen des agrandissements. Zwei neue Werke, welche in dem rührigen Verlage von

Gauthier& Fils in Paris erschienen sind und in mancher Beziehung interessante Beiträge enthalten.