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150 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 18.
waren Photographen, die nur für den eigenen Bedarf vergrösserten, wohl zumeist auf Gas- oder Petroleumlicht angewiesen, dem man durch theure Condensationslinsen die nöthige Intensität zu geben suchte, deren Wirkungskreis aber bei der verhältnissmässigen Un- empfindlichkeit des Hervorrufungspapiers nur beschränkt war. Zwar half man sich noch, indem man mittelst einer, in einer Wandöffnung der Dunkelkammer angebrachten, gegen den Himmel gerichteten Camera das Bild des Negativs vergrössert auf das aufgespannte Papier warf, doch war auch hier die Exposition eine lange, und die Resultate oft recht mässig.
Ausserdem hatten alle erzeugten Bilder noch dem Nachtheil, dass sie nicht absolut haltbar, sondern je nach der mebr oder minder sorgfältigen Behandlung mehr oder weniger dem Vergilben und Fleckigwerden ausgesetzt waren. Diesem Uebelstande wurde freilich abgeholfen durch Einführung des Kohle-Verfabrens, welches unver- gängliche Bilder in jedem gewünschten Top liefert, doch waren hier wieder Negative erforderlich, auch ist dieses schöne Verfahren in seiner Ausführung ja so complicirt, dass nicht Jeder damit befrie- digende Resultate erzielt.
Fasst man alles oben Gesagte zusammen, so kommt man zu dem Schluss, dass zwar jedes der einzelnen Verfabren im Stande ist, vorzügliche Resultate zu geben, dass aber die meisten derselben, entweder wegen der Kostspieligkeit der erforderlichen Anlage oder aber wegen der Schwierigkeit ihrer Ausführung, nur für speciell sich mit einem derselben befassende Vergrösserungs-Anstalten lohnenden Erfolg versprechen; dass es aber lange. an einem Ver- fahren gefehlt hat, mittelst dessen auch jeder kleinere Geschäfts- inhaber alle bei ihm vorkommenden Vergrösserungen ohne grosse Mühe und Kosten in befriedigendster Weise selbst machen kann, ja welches selbst in den Händen der Liebhabers sich bewährt.
Diese Lücke auszufüllen war merkwürdigerweise dasselbe Prä- parat berufen, welches das vermehrte Bedürfniss veranlasst hatte, nämlich die Bromsilbergelatine-Emulsion.
Bei der hohen Empfindlichkeit der Emulsionsplatten und ange- siehts der mit denselben erzielten vorzüglichen Resultate lag der Gedanke der Anwendung der Bromsilbergelatine im directen Ver- grösserungsverfabren wohl sehr nabe und erschien ja auch that- sächlich ganz kurze Zeit nach Einführung der Trockenplatten fer- tiges Bromsilberpapier in Handel, welches mit der Zeit berufen sein dürfte, den Vergrösserungsprocess ebenso umzugestalten wie die Trockenplatten dies mit dem Negativverfabren langst gethan haben. Ob das Bromsilberpapier jemals den Copirprocess so beherrschen wird, dass man auch kleine Sachen ausschliesslich darauf druckt, ist wohl noch fraglich. Für Vergrösserungen ist es indess infolge seiner verhältnissmässig leichten Bebhandlung, seines künstlerisch schönen Tones und seiner unbegrenzten Haltbarkeit, jedenfalls das zwekmässigste Material. Wenn es trotzdem noch nicht so allgemein eingeführt ist, wie man vielleicht erwarten sollte, so mag dies zum Theil seinen Grund darin haben, dass man theils noch aus Gewohn- beit an alten Verfahren festhält, theils vielleicht denkt: ob der Ab- druck etwas mehr oder weniger gut kommt;— der Retoucheur muss
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