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134 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 16. vorsichtig entfernt, ohne die Lage des Gemisches zu stören. Be- greiflich gerathen bei dieser Anordnung nur diejenigen Theile des Platindrahtes ins Glühen, welche aus dem Gemische herausragen, die Entzündung kann also nur von den kleinen Berührungsstellen ausgehen. Ist an diesen Punkten das Gemenge nicht ein sehr inniges, so überzieht sich der Draht leicht mit geschmolzenem chlorsaur. Kalium, bez. durch Glühen daraus entstandenem Chlorkalium und die gewünschte Verpuffung bleibt aus. Ganz unfehlbar aber erfolgt momentane Entzündung, wenn die Platindrahtschlinge vor dem Auf- schütten des Pulvers mit einem kleinen Stückchen Salpeterpapier bedeckt wird. Der Draht erglüht dann bei geschlossenem Strome in seiner ganzen Länge, entzündet das Salpeterpapier und dieses das Blitzpulver. Bei dieser Anordnung habe ich noch nie einen Versager gehabt; die Entzündung erfolgte stets fast momeptan nach erfolgtem Stromschlusse. Es versteht sich von selbst, dass es keine Schwierigkeiten bietet, in der angegebenen Art und Weise gleichzeitig an verschiedenen Stellen Blitzpulvergemenge zur Ver- puffung zu bringen.— Infolge der überaus hohen Temperatur, welche das Magnesiumpulverlicht beim Aufblitzen erzeugt, wird die dünne Platinschlinge jedesmal zerstört. Ebenso würden die Endpole, welche man durch den Platindraht verbindet, leicht verschmelzen, wenn dieselben aus dünnem Kupferdraht bestehen. Man muss daher zu diesem Zwecke dicke Platindrähte wählen und dieselben nach er- folgtem Aufblitzen jedesmal mit dem Messer oder Sandpapier reinigen, ehe man sie aufs neue durch eine dünne Platinschlinge verbindet. Mein Apparat, den ich zum galvanischen Zünden des Blitzlicht- gemenges benutze, besteht aus einer stark verglühten, nicht glasirten Porzellanplatte von 30 cm Länge, 20 cm Breite und 2 em Dicke. In der Mitte derselben befinden sich, ca. 1 cm von einander ent- fernt, zwei kleine Löcher, durch welche die ca. 1,5 mm starken Platindrähte hindurchgeführt worden, sodass sie oben etwa 1,5 cm herausragen. Damit die Platindrähte unverrückbar fest gehalten werden, sind dieselben förmig gebogen und werden auf der unteren Seite der Porzellanplatte durch ein mit Siegellack auf- gekittetes kleines Holzplättchen festgebalten. Die Verbindung mit den Leitungsdräthen erfolgt leicht durch kleine Klemmschrauben. Wenn electrische Leitungen für Beleuchtungszwecke in den Räumen vorhanden sind, in denen Blitzlichtaufnahmen gemacht werden sollen, so ist es leicht, durch Einschaltung entsprechender Widerstände den für die Zündung nothwendigen Strom zu beschaffen. Im anderen Falle muss man zu galvanischen Elementen seine Zuflucht nehmen. Am zweckmässigsten und auch am transportabelsten würde eine Reihe guter Trockenelemente sein, oder man wählt eine aus mehreren Chromsäure-Elementen bestehende Tauchbatterie. Bei Anwendung der letzteren kann allerdings der Stromschluss nicht ganz unbemerkt geschehen, da man die Kohlen und Zinke in die Flüssigkeit tauchen, oder die letztere heben muss. Stellt man aber die Batterie etwas verdeckt auf, so gelingt es doch unschwer, die aufzunehmenden Personen über den Augenblick des Aufblitzens im Unklaren zu halten. —(Schluss folgt.)
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