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110 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 13.
den materiellen Werth und wird in der Regel vom Publicum wohl am wenigsten geschätzt werden können. Nun kommt, allerdings nur bei Kunstwerken, noch ein dritter, der künstlerische Werth in Frage, welcher mit dem künstlichen nicht verwechselt werden darf. Nicht jedes Stück, mag es noch so grossartig und mit viel Zeit und Arbeit ausgeführt sein, wird deshalb einen künstlerischen, wohl aber, und zwar einen sehr hohen, künstlichen Wertb besitzen.
Um etwas wirklich Künstlerisches herzustellen, muss der Ver-— fertiger(Künstler) in jeder Beziehung ausgebildetes Talent und ästhetischen Sinn besitzen und dabin wirken, ein Product zu schaffen, worin, abgeseben von den Fachgenossen, das kunstsinnige und kunst- verständige Publicum einen Werth findet. Der Künstler hat also mit den Abnehmern seiner Erzeugnisse Das gemein, dass Beide den Werth, welcher sich in der Sache repräsentirt, zu schätzen wissen; obgleich der Käufer auch nur Laie, besitzt er dennoch soviel Bildung, eine Schätzung vornehmen zu können. Das weniger gebildete Pabli- cum spricht sich wohl auch über ein Oelgemälde oder sonstiges Kunstproduct lobend aus, kann aber nähere Details nicht angeben, folglich den darin enthaltenen Wertb nicht herausfinden und solche Sachen niemals käuflich erwerben.
Um nun auf das gestellte Thema zu kommen, wäre der künst- lerische Werth der photographischen Portraits und der mit davon abhängige Kaufpreis derselben zu behandeln. Die Photographie alsKunst- gewerbe betrachtend, müssen wir, auf die ersten Anfänge zurückbli- ckend, constatiren, dass im Verhältniss zur heutigen Lage eine Ab- nahme des künstlichen Werthes stattgefunden hat. Die gesammten Arbeiten sind vereinfacht und verbessert worden, was zu Gunsten der Sache geschehen ist. Dadurch war es möglich, die Photographie aus dem Rahmen des Kunstgewerbes heraustreten zu lassen, um einen künstlerischen Character anzunehmen. Anderntheils gestatten diese Verbesserungen, die bekanntlich in ziemlich kurzer Zeit ge- macht wurden, die Photographie sehr handwerksmässig zu betreiben, was allerdings zur Folge hatte, dass auch der materielle Werth in den Augen des Publicums colossal herabgesetzt wurde.
Die Ausübung der Photographie ist heute auch öffentliches Ge- heimniss, das Publicum wird daher niemals die Arbeiten genügend schätzen, wesbalb es Sache des Fachmannes ist, seine Preise so zu stellen und zu behaupten, dass die Arbeiten mit dem Werthe, der ihnen zukommt, repräsentirt werden. Damit soll aber nicht gesagt sein, die Portraits allein durch anständige Preise werthvoll erscheinen zu lassen, nein, die Arbeiten müssen auch danach sein, um wenig-— stens mittleren Ansprüchen gerecht zu werden, d. h., die Aufnahme muss geschmackvoll gemacht sein, in der Retouche’ der Character des Darstellenden erhalten bleiben, überhaupt Alles sorgfältig und sauber ausgeführt werden. Von alledem hat das Publicum keinen Begriff, umsomehr ist es nothwendig, dasselbe zu überzeugen und mit guten Sachen zu bedienen. Auch berrscht unter den Laien viel- fach die Ansicht, dass in der Photographie wenig Material nöthig sei. Wenn nun auch mit einem Pfund silber, falls öconomisch verarbeitet wird, viel anzufangen ist, so sind dennoch die für die
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