Jahrgang 
1889
Seite
74
Einzelbild herunterladen

74 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 9.

Man sieht, dass in der Praxis noch Manches für scharf an- gesehen wird, was, mathematisch genommen, es nicht mehr ist und auch nicht sein kann, und hieraus erklärt sich die sogenannte Tiefe über- haupt., Es ist nun klar, dass man von einem stumpferen Kegel kein so langes Stück von der Spitze abschneiden darf, als von einem Wesent- lich spitzeren Kegel, um ein gleich grosses Scheibchen zu erhalten. je kleiner also der Oeffnungswinkel eines Objectivs ist, um 8o spitzer sind vuch die Lichtkegel, welche die Platte treffen, und um so grösser wird auch die Tiefe sein, in welcher das Objectiv noch scharf oder brauchbar scharf zeichnet. Darin und nur allein darin liegt der Grund, warum z. B. Aplanate tiefer zeichnen, als Portrait objective, nicht in der anderen Construction derselben. Dies be- stätigt sich ja auch dadurch, dass durch Einsetzen kleinerer Blenden die Tiefe vermehrt wird, und sie wird z. B. bei einer Blende, welche nur den halben Durchmesser einer anderen hat, doppelt so gross sein müssen, weil die Lichtkegelspitze nur einen halb so grossen Winkel bildet, man also von diesem spitzeren Kegel ein doppelt so langes Stückchen abschneiden kann, um ein ebenso grosses Scheib- chen zu erhalten, als vorher bei dem stumpferen Kegel. Wenden wir also bei dem Euryscop Nr. 4 die kleinste Blende an, welche einen Lichtkreis von 16 mm giebt, während derselbe bei der vollen

Oeffnung 60 mm Durchmesser bat, so wird die Tiefe fast 4 Mal

grösser sein, als bei voller Oeffnung, also bei Gruppenaufnahmen, wenn das nöthige Licht da ist, ganz Vorzügliches leisten.

Gelegentlich will ich noch bemerken, dass kleinere Objective meist besser, also auch tiefer, arbeiten, als grosse, weil alle Fehler, wie geringe Unschärfen, die an kleinen Bildern kaum bemerkt werden, bei grossen Aufnahmen sich mit vergrössern und dann viel auffälliger erscheinen.

Wir haben nun noch einiger Fehler zu gedenken, welche gewissen Objectiven eigen sind und wollen zunächst der Verzeichnung eine kurze Betrachtung widmen. Dieser Fehler hat zweierlei Ursachen, und zwar zum Theil in den Linsen selbst, zum Theil aber auch im falschen Gebrauche derselben. Ein Febler, der in den Linsen selbst liegt, ist die Krümmung gerader Linien am Rande bei Anwendung einfacher Linsen. So schöne Resultate einfache Linsen z. B. bei Landschaftsaufnahmen auch geben, so ist es doch bis jetzt nicht ge- lungen, genannten Uebelstand ganz wegzuschaffen. Ohne Blenden sind die einfachen Linsen nicht zu brauchen, weil dieselben meist

sphärische Abweichung haben, d. h., die Lichtstrahlen, welche den

Rand der Linse treffen, baben einen kürzeren Brennpunkt als die Mittelstrahlen; es vereinigen sich deshalb alle Strahlen, die von einem Punkte ausgehen und die Linse treffen, hinter derselben nicht wieder zu einem Punkte und die Folge davon ist ein unscharfes Bild; schneidet man aber die Randstrahlen durch eine Blende ab, so wird das Bild sofort scharf. Bringt man die Blende vor der Linse an, so werden die Linien eines aufzunehmenden Quadrats tonnenförmig nach Aussen gebogen; bei umgekehrter Blendenstellung binter der Linse ist die Krümmung der Linien eines aufgenommenen Quadrats ebenfalls umgekehrt, also nach Innen, gebogen. Die

auf müt

Par grie Wep

funeh sen!

Bei

pelot sphi Dannt

i Blel

erste

Anate, toseon

08601p

ehiset

hes!