Jahrgang 
1889
Seite
70
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70 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 8.

Liebhaberei oder Spielerei, sondern dass sie auch für die tägliche praxis von grossem Werthe sind. Ieb rathe deshalb auf das An- gelegentlichste jedem Collegen, der Sache näher zu treten und nach meiner Anweisung sich für jedes Objectiv und für jede Blende die verhältnissmässigen Expositionszeiten zu berechnen und auf einer Tabelle niederzuschreiben; es ist dies besonders für aussergewöhn- liche Aufnahmen mit anderen Objectiven und nicht gangbaren Blenden von grossem practischen Werthe. Bei Objectivprüfungen ist eine richtige Lichtstärkenbestimmung geradezu unentbehrlich, wenn die Pprüfung überhaupt von Werth sein soll, denn nicht blos zur besseren Bestimmung der Expositionszeiten ist sie wichtig, sondern haupt- sächlich auch dazu, die Leistungsfähigkeit verschiedener Objective in Bezug auf Ausdehnung und Tiefe der Schärfe mit einander zu vergleichen und ein sicheres Urtheil darüber zu ermöglichen, ganz abgesehen davon, dass lichtstärkere Objective theurer sind, also in grösserer Lichtstärke bei gleicher Brennweite immer ein grösserer Wertb liegt.

Beim Vergleich verschiedener Objective müssen wir uns daran erinnern, dass ausgebreitete Schärfe und Tiefe derselben nicht mit grosser Lichtkraft vereinbar sind; Was auf der einen Seite gewonnen wird, geht auf der anderen verloren, ganz so wie bei Maschinen sich Ge- schwindigkeit und Kraft entgegenstehen. Eine Schnellzuglocomotive mit grossen Triebrädern ist nicht geeignet, schwere Lastzüge fort- zubewegen und eine sehr starke Güterzugmaschine kann nicht für Courierzüge gebraucht werden. Es ist desbalb unumgänglich nöthig, die verschiedenen Objective zunächst auf gleiche Lichtkraft zu bringen und dies wird uns nach dem Vorausgegangenen hoffentlich nicht allzu schwer werden, denn wir brauchen ja nur die Objective durch eingesetzte Blenden auf gleiche Oeffnungswinkel zu bringen, und zu dem Zwecke wollen wir wieder unsere beiden bereits vor- gehabten Objective, den 325lligeu Voigtländer-Portraitkopf und das Euryscop Nr. 4, benutzen.

Wir haben oben berechnet, dass der grösste Oeffnungswinkel des Euryscops bei der eingesetzten Staubblende 1:6,1 beträgt; es muss also der Winkel des 326lligen Portraitkopfes ebenfalls zu dieser Grösse gebracht werden, indem man mit 6,1 in 287 mm, das ist die Brennweite des Objeetivs. dividirt, was 47 mm ergiebt; diese bezeichnen den Durchmesser des Lichtkreises und daraus berechnet sich der Durchmesser der Blende zu 39,7 mm. Denn die 54 mm Blende dieses Objectivs giebt einen Lichtkreis von 64,3 mm, also die Gleichung 54: 64,3= 39,5:47. Wenn keine Blende dieser Grösse vorbanden ist(die beigegebene 2. Blende bat 38 mm Oeffnung und darf, wenn mans mit dem Vergleich nicht genau nimmt, benutzt werden) muss man sich eine solche aus schwarzem Carton selbst machen, aber nicht vergessen, die Schnittkante zu schwärzen.

So vorgerichtet stellen wir auf eine möglichst breite Gruppe von Gegenständen, Kopfhalter, hohe Stühle und dergleichen ein, welche mit angebefteten Druckschriften versehen sind(die Titelblätter unserer Fachjournale eiguen sich ganz vorzüglich dazu) und prüfen mit Hilfe einer Loupe die Lesbarkeit der Schriften in der Mitte und nach den Seiten zu. Natürlich wird man, um an den Seiten die

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