68 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 8.
bei rothem Lichte eine Trockenplatte anstatt des Pappdeckels über das Objectiv, gerade so. als wollte man den Deckel eines Topfes noch mit Pergamentpapier überbinden und so beféstigen. Eine ganz fehlerhafte Trockenplatte ist hierzu gut. Nun schiebt man die Cassette mit der Blechscheibe in die Camera, bringt die zu prüfende Blende an ihre Stelle und entzündet bei aufgemachtem Schieber dicht vor dem kleinen Loche der Blechplatte mittelst einer einfachen Spiritus- Lampe ein kleines Stückchen Magnesiumband. Die Trockenplatte wird nun wieder abgenommen und entwickelt, wobei man die Freude hat, eine scharfe schwarze Kreisfläche zu erhalten, welche den ge- suchten Lichtkreis darstellt. Man wäscht gut ab, trocknet ohne zu fixiren und kann nun so genau wie auf keine andere Art den Durchmesser des Lichtkreises messen, welcher neben der Brennweite dazu dient, die Lichtstärke des Objectivs mit der verwendeten Blende zu bestimmen. Man braucht dieses Experiment bei jedem Ob- jectiv nur einmal und nur mit einer Blende zu machen, die Lichtkreise für die anderen Blenden findet man dann durch Ver- hältnissrechnung sehr leicht; es ist aber nöthig, auch den Lichtkreis für die Staubblende zu bestimmen, denn z. B. beim Voigtländer- Euryscop Nr. 4 ist der Durchmesser der Staubblende 54 und der des wirksamen Lichtkreises für parallel einfallende Strahlen 60 mm, während die vordere Oeffnung 65 mm Durchmesser hat; es wird also durch die Staubblende ein Lichtring von 2 ½ mm Breite ab- geschnitten, sodass die volle Oeffnung nicht ganz zur Wirkung kommt, denn bei divergirend auffallenden Strahlen, welche von nahe ge- legenen Gegenständen kommen, ist die wirksame Lichtöffnung für dieselbe Blende noch wesentlich kleiner. Bei oben erwähntem 325lligen Voigtländer-Portraitobjective findet das Entgegengesetzte statt, indem die Staubblende grösser als nöthig ist; der Durchmesser derselben ist 68 mm, er brauchte aber nur 65 mm zu betragen. Hier wird deshalb die volle Oeffnung, 3 Zoll= 78 mm, benutzt und in Rechnung gebracht.
Construirt man aus dem Durchmesser des grössten Lichtkreises eines Objectivs als Grundlinie und der dazu gehörigen Brennweite als Höhe ein gleichschenkliges Dreieck, so heisst der Scheitelwinkel
desselben der„Oeffnungswinkel“ dieses Objectivs; ebenso hat jede
Blende ihren Oeffnungswinkel, zu dessen Construction natürlich der zu dieser Blende gehörige Lichtkreis verwendet wird. In Zahlen ausgedrückt sagt man z. B. bei dem eben erwähnten 3zölligen Voigt- länder von 11 Zoll Brennweite: Das Verbältniss der Oeffnung zur Brennweite ist 1:3 ⅞ oder der Oeffnungswinkel 1: 3 3.
Hierdurch wird immer die Lichtstärke des Objectivs bestimmt bezeichnet und alle Objective von gleichem Oeffnungswinkel sind, theoretisch genommen, gleich liehtstark. Sind die Gläser verschieden chemisch zusammengesetzt oder verschieden ge- färbt, so können auch, trotz gleichem Oeffnungswinkel, die Licht- stärken erbeblich verschieden sein; doch sind dies nur Ausnahme- fälle; so sollen z. B. die neuen Objective aus Jenenser Glas wesentlich schneller arbeiten als alte mit demselben Oeffnungswinkel. Hat man mehrere Objective mit verschiedenen Oeffnungswinkeln in Bezug auf Lichtstärke mit einander zu vergleichen, so erhebt man
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