Jahrgang 
1889
Seite
60
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Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 7.

dem Zustandekommen des optischen Bildes auf der Visirscheibe oder der empfindlichen Platte anzustellen.

Jeder selbstleuchtende oder erleuchtete Körper sendet von jedem seiner Punkte geradlinige Strahlen nach allen Richtungen aus, welche sich fortwährend von einander entfernen, also divergirend sind. Es ist klar, dass nur diejenigen Lichtstrahlen, welche das Objectivglas treffen, zur Erzeugung des optischen Bildes dienen; alle übrigen Strahlen gehen für diesen Zweck verloren und entziehen sich unserer Betrachtung. Denken wir uns nun zunächst einen in der optischen Axe des Objectivs liegenden leuchtenden Punkt, so werden die von demselben auf das vordere Objectivglas geworfenen Lichtstrahlen einen Lichtkegel darstellen, dessen Basis die vordere Objectivlinse und dessen Spitze der leuchtende Punkt ist. Die vor der Linse auseinandergehenden(divergirenden) Strahlen werden bei ibrem Gange durch die Linse und hinter derselben in zusammengehende(conver- girende) Lichtstrahlen verwandelt; sie treffen sich wieder in einem Punkte, also einen zweiten Lichtkegel bildend, wenn die Linse eine einfache ist; die beiden Spitzen der Strahlenkegel sind die ver- bundenen(conjugirten) Brennpunkte, von denen oben die Rede war. Ist das Objectiv aber ein doppeltes, so werden die durch die Vorder- linse convergirend gemachten Strahlen durch die Hinterlinse noch- mals gebrochen und stärker gemacht, sodass der Lichtkegel ein stumpferer und demnach die Brennweite eine kürzere wird. Denken wir uns nun als einfachsten aufzunehmenden Gegenstand eine ge- rade Linie, die man sich aus lauter Punkten bestehend denken mag, so wird eben jeder dieser Punkte einen Lichtkegel nach dem Objee- tive aussenden und hinter demselben im entgegengesetzten Sinne ebensoviele Lichtkegel bilden, deren Spitzen abermals sich zu einer Linie vereinigen, welche das optische Bild der aufzunehmenden Linien darstellen. Es ist auch klar, dass nur dann ein scharfes Abbild entstehen kann, wenn wirklich die Spitzen der Lichtkegel auf die empfindliche Platte fallen; denn steht die empfindliche Platte dem Objective näber oder ferner, so werden statt der Punkte kleine in- einander fallende Lichtkreise auf die Platte kommen und es ent- steht dann ein unscharfes Bild und zwar um so unschärfer, je grösser die Lichtkreise sind. Dies nur vorläufig, denn bei Besprechung der sogenannten Tiefe müssen wir diese Betrachtung fortsetzen. Sowie sich auf die soeben beschriebene Art eine Linie abbilden kann, können es natürlich auch unzählige Linien, aus denen wir uns sehr gut das ganze Bild bestebend vorstellen können.

Es wird natürlich bei der Entstehung des optischen Bildes nur ein einziger Punkt, welcher genau in der optischen Axe liegt, einen geraden Lichtkegel vor und hinter dem Objectiv bilden können; da- gegen werden alle ausserhalb der optische Axe liegenden Punkte mehr oder weniger schiefe Lichtkegel vor und hinter dem Objectiv bilden müssen. Dass von einer aufzunehmenden, die optische Axe senkrecht schneidenden Linie der Durchschnittspunkt der nächste am Objectiv ist, ist selbstverständlich; alle übrigen Punkte sind vom Objectiv um so weiter entfernt, je weiter sie sich von der optische Axe be- finden; die Brennweiten entfernterer Punkte sind aber kürzer und daraus folgt, dass die Spitzen der jenseits des Objectivs entsteben-

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