Jahrgang 
1889
Seite
50
Einzelbild herunterladen

50 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 6.

durch aus brauchbar. Bei den unsymmetrischen Objectiven(den alten Portraitköpfen) zeichnet man sich den optischen Mittelpunkt auf dem Objectivrohre genau an.

Ebe wir das Capitel von den Brennweiten verlassen, ist es nothwendig, so kurz und so einfach wie möglich das Brennweiten- gesetz zu erklären, weil dies dem practischen Photographen sebr oft von wesentlichem Nutzen ist.

Gehen wir also von dem Falle aus, wo Bild und Object gleich weit, also je 2 Brennweiten, vom optischen Mittelpunkte(bei den Aplanaten und Euryscopen von der Blende) entfernt sind. Dies ist, beiläufig bemerkt, die möglichst kürzeste Entfernung von Bild und Gegenstand bei scharfer Einstellung.

In dieser Stellung befindet sich also sowohl Bild als Object je eine Brennweite von den Hauptbrennpunkten vor und hinter dem Objective entfernt. Um ein bestimmtes Maass anzugeben. wollen wir annehmen, das betreffende Objectiv hätte 12 Zoll Brennweite, dann würde bei naturgrosser Einstellung sowohl das Bild als der Gegen- stand je 24 Zoll vom optiscben Mittelpunkt entfernt sein.

(Fortsetzung folgt.)

Der künstlerische Werth photographischer Portraits und deren Kaufpreis in den Augen.l Nerſarbüddri und in denjenigen des b estellers.

Von Bruno Saemann, Mülhausen i. Els. (Preisgekrönt von der Redaction der D. Phot.-Ztg.)

(Schluss.)

Der durch und durch gebildete Photograph wird auf Grund einer hier nur kurz erwähnten anatomischen Anschauung die Retouche seiner Portraits zu handhaben wissen, er wird die zu stark vor- handenen Contraste zwischen den einzelnen Partien mehr oder weniger mildern, doch so, dass keiner der characteristischen Theile verloren geht, denn solches wäre annatürlich. Beschränkt er sich nur darauf, die Unreinigkeiten der Haut und allzugrosse Härten zu beseitigen, so wird er seine Portraits realistisch retouchiren, Was selbstverständlich die sprechendsten Portraits ergeben muss. Im letzteren Falle jedoch werden dabei gewisse Unschönheiten stehen bleiben, welche das portrait keinesfalls anmuthig erscheinen lassen, und welche das Publieum nur allzugern beseitigt sieht. Da solches jedoch der erfahrene portraitmaler unaufgefordert thut, darf, ja muss es sogar der Photograph auch thun- da das Publicum hierauf ganz besonders sein Augenmerk richtet. Um dieses sogenannte Idealisiren auch richtig auszufübren, hat der Retoucheur vorerst im Geiste den idealen Typus eines jeden Portraits sich zu vergegen- wärtigen, um sofort an das Herausarbeiten desselben zu gehen, dabei aber stets dem anatomischen Bau des Kopfes folgend, damit er keine Formen verliert, stets nur Härten mehr und mehr mildernd, Flachheiten sehr vorsichtig erhöbend, wobei die grösste Schwierig- keit die ist, jene wunderbaren Halbschatten, die, streng genommen, jhrer wesentlichsten Wirkung sehr zarten Schlagschatten verdanken, dem Bilde den bekannten transparenten Schmelz verleihend, zu erhalten.

Selbubeit 2uu Fests dic classi

Je I in elassis un 80 he lel Sch w