Jahrgang 
1889
Seite
48
Einzelbild herunterladen

48 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 6.

lich um so besser, je weiter nach dem Rande zu es ohne Blende

noch baarscharf zeichnet, vorausgesetzt, dass zwei Objective gleicher

Construction und Lichtkraft mit einander verglichen werden; denn man wird in dieser Hinsicht umsoweniger verlangen dürfen, je licht- stärker das Objectiv ist. Bestimmte Maasse über die Ausdehnung des wirklich scharfen Bildes anzugeben, dürfte kaum möglich sein.

Wenn das zu prüfende Objectiv diese Probe gut bestanden hat, muss man sich zunächst überzeugen, ob das auf der Visirscheibe haar- scharf gesehene Bild nun auch ebenso scharf auf einer empfind- lichen, genau an dieselbe Stelle gestellten Platte nach der Ent- wicklung und Fixirung erscheint; ist dies nicht der Fall, sondern kommen etwas näher oder weiter entfernt befindliche Gegenstände schärfer als der eingestellte, so ist das Objectiv mit einem doppelten Focus oder mit Focus-Differenz behaftet. Um hierbei aber ganz sicher zu gehen, ist es nöthig, die Einstellung auf einer in die Cassette selbst gelegten fein mattirten Spiegelscheibe zu bewirken und dann mit derselben Cassette und ebenfalls auf einer präparirten Spiegelscheibe eine Aufnahme zu machen. In der Regel stellt man auf die mittleren Reihen einer genügend grossen Druckschrift ein, welche man auf einem unter 45°gegen die op- tische Achse schräg gestellten Brette befestigt hat. Die am schärfsten eingestellte Schrift muss in der Mitte der Visirscheibe zu sehen sein. Man macht diesen Versuch ebenfalls mit der ganzen Objectiv- öffnung; denn ist ein doppelter Focus wirklich vorhanden, so er- scheint bei voller Oeffnung die Abweichung am grössesten und ver- mindert sich umsomehr je stärker das Objectiv abgeblendet wird, bis endlich bei kleinster Blende der optische und chemische Brenn- punkt zusammenzufallen scheinen. Früber, vor 30 und mehr Jabren, waren die meisten lichtstarken Objective mit doppeltem Focus be- haftet und namhafte Gelehrte behaupteten sogar, diese Eigenschaft der Objective könne und dürfe nicht weggeschafft werden. Theoretisch genommen mag dies wobl nicht so unwahr sein, aber für die Praxis ist, wie jeder College weiss, diese Meinung längst zum Irrthum ge- worden, denn Objective mit doppeltem Brennpunkte will jetzt Nie- mand mehr haben, weil dieser Fehler beim Arbeiten doch sehr lästig ist. Die überaus grösste Zahl der jetzt verfertigten Objective bat keine Focusdifferenz; es kommen aber doch hier und da noch immer neue Objective vor, welcbe eine merkliche Abweichung zeigen und man muss z. B. bei Gruppenaufnahmen mit manchen Objectiven mehr auf die vorderen, bei anderen wieder mehr auf die hinteren Personen einstellen, um eine möglichst gleichmässige Schärfe des Ganzen zu bekommen. Macht man die Probe mit der schräg ge- stellten Schrift recht genau und stellt man, wenp die letztere z. B. aus 15 Zeilen besteht, so auf die 8. Zeile ein, dass etwa die 7. und 9. noch leidlich scharf und 6. und 10., sowie 5. und 11. gleich- mässig unscharf erscheinen, so zeigt sich in dem aufgenommenen Negative zwar oft auch die 8. Zeile als scharf gekommen, bei den vor- und zurückliegenden Zeilen indess sind gar nicht selten Unter-

schiede in der Schärfe zwischen der 7. und 9., 6. und 10. u. s. w.

Zeile wahrzunehmen, d. h. die Schärfe liegt etwas mehr nach vorn oder zurück, wopach man sich dann beim Einstellen richten muss,

NA6.

wébn mal- Objective stiöug gel-

Das m 8s jst Bei I. sich auf d dit apgeg es ist anväb

Vérgleieh in dersel- eiie dop

Gena M thode, härt. Ma din und n daſ stel eiren Gege der