100 Die IX predigt vber dasgewohnliche Geſang
heyligen Geiſt / G Btt. Darvmb ſchreibet auch die Schrifft zu das 3 Werck der Erſchaffung / Pſal. 33. vnnd das Werck der heylſamen Widergeburt der Menſchen ( Matth. ams. Cap.) nicht nur GBtt dem Vatter vnd Gott dem Sohn / ſondern auch Gott dem heyligen Geiſt: Dieweil er / nemlich / fampt Gott dem Vatter vnd Gott dem Sohn / wahrer ewiger Gottiſt. Darauß dann erfolget / daß man ſampt Gott Vatter vnd Gott Sohn / billich auch bitten / anruffen vnd an⸗ petten ſolle/ Gott den heyligen Geiſt.
Vmb was Gaben ſollen wir dann Gott den heyligen Geiſt bittene Vmb den rechten Glauben allermeiſt.
In der Welt iſt man alſo geſinnet / allermeiſt ſorget man vmb das Irrdiſche vnd Leibliche. Einer / wann es in ſeiner Gewalt ſtuͤnde/ ſo dittete vnd begerte er allermeiſt / daß er ein weltweiſer kluger Menſch were / damit er hie auff Erden zu hohen Ehren kommenkoͤndte. Ein anderer bittet allermeiſt: Ach / daß ich auch koͤndte groſſe Reichthumb / Geltvnd Guterlangen. —
Der Bauwers vnd Haͤckersmann bittet allermeiſt / daß Gott das Getreydt vnd den Wein auff dem Feldt behůͤten vnd ſegenen woͤlle. Ein anderer bittet allermeiſt vmb geſunden Leib/x.
Vnd zwar man ſolle billich auch leibliche Guͤter von GOtt bitten / vnd ſolche nicht weniger von GOtt dem heyligen Geiſt! als von G Dtit dem Vatter vnd GBtt dem Sohn. Wie dann Chri⸗ ſtus der HEMM Gott den heyligen Geiſt ſo wol als Gott den Vat⸗ ter vnnd ſich ſelbſt eyngeſchloſſen / als er vns gelehret hat bitten im Vatter Vnſer: Vnſer Vatter der du biſt im Himmelſxc. Gib vns heut vnſer taͤglich Brot.
Aber ſolcheʒeitliche Guter ſolle man nicht bitten oder begeren al⸗ lermeiſt. Dann es ſind eytele vnd ʒergaͤngliche Guͤter / Matth.. Son⸗ der vns Chriſten gebůrt / daß wir bitten zu Gott allermeiſt vmb ſolche Schaͤt / welche weder Motten noch Roſifreſſen / noch die Diebe ſtelen rönnen / Matth.s. welche vns erſt allermeiſt helffen / da weder Welt Weißheit / noch Ehr oder Herrlichkeit / noch Reichthumb dieſer Welt mehr helffen koͤnnen.
Was


