Warnung wider D. Oſianders Predig
v oſianders zu erkennen vnd zu ſchlieflen / das du von Goet zum ewigen Le⸗
6runfeſten, ben erwehlet ſeyeſt. Wolan / wir wöllen ſeine Grunbſeften or⸗ aie Gnaden denlich nach einander erwegen / vñ deſehen was barhinder ßecket⸗
wabl zu ycra mercken. Fol. 15.
. Tauffe.
keruße.
Die Erſte Grunbfeſte iſt / da der Menſch auß empfangener
H: Tauffe ſchlieſſen ſoi / das er erwetzlet ſey zum Leben. Nun das iſt an jme ſelbs nicht vnrecht / Aber wie wil D. Oſiander hierauß etwas ſchlieſſen / da er doch darſuͤr haltet / Wit hievor an ſeinem Ort angezeiget iſt / vnd halten muß / wie es auß ſeinen Grůnden ftarck bewieſen iſt / Das nicht alle Kinder / ſo geteufft werden / in das Gnaden Regiſter gehoͤren / vñ das nich alle Kin der / ſo geteufft werden / zum Leben vnd Kindſchafft mit Gott / erwehlt ſeyen⸗ Nun kom jetzunder mein Chriſt / vnd hore ſein zu⸗ wie dich D. Bſiander von deiner Gnaden vesſichern wil. Er leret / das viel Kinder getaufft werden / die Sott niemals zur Gnaden des ewigen Lebens verordnet habe. Darauß ſoleu alſo ſchlieſſen / Ich bin geteufft / derhalben bin ich erwehlet zur Gna⸗ de des ewigen Lebene. Im Latein alſo. pleriq; infantium baptiſatorum ſimpliciter ſunt excluſi ab om
ni gratia & vita pauci ex ijs electi ad vitam.
Ego, Infans fum baptiſatus,
Ergo ego ſum electus ad vitam.
Die Ander Grundfeſie iſt / Da auß dem Beruff zum Leben der Menſch ſchlie ſſen ſol / Et ſeye dahin erwehlet von Goli da⸗ hin er von jme berufft wid. Dieſes iſt adermais fuͤr ſich ſelbs fonſt ſehr gut / Aber was wil D. Bſiander auß dem Beruffe ſchlieſſen / da ſeiner Meynung viel werden berufft / welche ſchon albereyt verſtoſſen / verworffen / vom Leben vnd aller Gnade aus
geſchloſſen ſind / vnd da der arme Menſch / der außgeſchloſſen iſt!
weñ er ſchon den Beruff hoͤret / nichts zu gleuben vnd nichts an zunemen hat / Vnd wie D. Dſiander ſelbe bekent/nicht gleuben fol / vnd nicht gleuben kan / Dieweil er nicht praedeſtinirt vnd ni⸗
cht verordnet iſt zum Lebene Dewegen wird D. S 5
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