Von der Gnadenwahl
Verſonung vmb Chriſti willen auffgenomen! Vnbſollen doch
die anderen / die in keiner Gnaben ſollen auffgenomen ſein! nicht
teſto weniger von des Vnglaubene wegen in Gottes Vngnad
Zorn vnd ewige Verdamnuß geſtuͤrtt werden weñ ſie Chriſtum
nicht annemen. Was ſolten ſie aber annemen vnd ateuben/ weñ
ſie / ſeiner Meynung nach / in Chriſto vnd durch Chriſtum auß
Gotees Vtrordnung kein Gnab zu ſuchen folten gehabt / vñ von
Gottkein Ordnung bekomen haden / etwas anzunemen / zu ſu⸗ chen vnd zu gleuden in Chriſtes Denn dahin werden es dieſe Le⸗ „n tet nicht brinzen mozen / das ſie auß jren Gruͤndenzu beweiſen e% n paden / Das dle / ſo verdampi werden ſemaln etwas zu gleuben verucht ver⸗
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ſollen gehabt haben/ vnd bat ſie von Vglaudens wegen jemain den. haben mößen verbampt werden. Denn vas ſolten ſie gleubeni wenn ſie inber Gnadenwahl nlemaln geſtanden! vnd kein Ood⸗ nung von Goit vber ſich gehabt haben! das ſir ſolien oder můch⸗ ten leben vnd ſelig werdene Darumb ſihet man wol / wie dieſe Le rer entweders dey Caluimiſchen Gruͤnden allerdings werden blei ben muſſen / oder Lere bringen / die jmerzu auff vñ ab! hinderſich vnd fürſich / ſchwancken / plampin oder ſchwebẽ muſſen / Es ſey deß ſach / das jnen Goꝛt auß dieſem Fall/ vnd voßhafftiger Iin⸗ ſiernuß widerumb herfur helffe.
Summa / Wie a den Streytt recht verſie⸗ en ſolle.
Ir haben zwar hievor / Warob der Streyti ſeye / gruͤnd üch vnd klar angezeigt / Aber auß anlaß der Lere / ſo D: Dſiander vnd ſein Geſeliſchafft fuͤhrt / kan man die Sa
chen wol widerholen / vnd dem gemeinen Man greifflich alles zu verſtehen geben: Erſtlich! Bekennen wir beyderſeits / das die Gnaderwahi ergangen ſey vor dem anfang der Welt / vnd das dieſelbige anderſt nicht / deñ in Chriſto / der vns vom Tod erloſet hai/ gegruͤndet ſey. Hierin iſt kein Streyt / — auch hierin nicht/ 16 1 das


