Von der Gnadeniwahl.
zeiſſungen des Euangeliums gehoͤren vber alle Menſchen / ſon⸗ dern gehören nur auff eiliche Menſchen/ Als da Golt nur we⸗ nig Menſchen in ſein Gnadenwahl verzeichnet habe. Nun das iſt recht / das die Caluiniſten der Gotteleſterungen anklagt vnd beſchuldiget werdẽ. Aber wer iſt weiter ein Gottsleſterer? Sind es nur vnd allein die offenbaren Caluiniſten? D ieweil er doch ſel ber leret / Goit habe in Gnaden nur wenig Menſchen auffgeno men / den groͤſten Hauffen ʒur Schmach vnd Vnehre geſchaf⸗ fen? Sollen die gnedige Verheiſſungen des H: Euangeliums warhafftig gehoren vber alle Menſchen / ſo fraget man billich/ Ey Herr Doctor / Wie kan dieſes mit ewren Gruͤndenbeſtehn! da jr fuͤrgebet / In Gottes Rhat vnd Ordnung ſeye die Gnade / Gnadenwerck vñ Gnadenwahl / nur vber eilich wenig Menſchẽ beſchloſſen / Da auch alle die / welche einmal alda eingeſchrieben vnd verzeichnet ſind worden / der Gnade in der krafft vnd wirck⸗ ung Gottes / thellhafftig werden / Alſo / das ſie nicht mehr koͤn⸗ nen verdampt oder verloren werden. Herr Doctor/ alſo wird man mit der Kirchen nicht ſpielen můſſen / das wil ich euch wol geſagt haben.
Darzu wird man euch auß dieſem Caluiniſchen Neſt bald aus gebrend haben / wenn jr die algemeine Verheiſſungen / wie auch die Caluiniſten nur in denunciation em oder voluntatẽ ſigni. Das iſt auff einen ſolchen Grund / damit jr der Chriſtlichen Kir chen nur ſpotten wollet / ſetzet / Als nemlich / Gott verkuͤndige wol euſſerlich jederman Gnade vnd ein gnediges Hertz in Chri⸗ ſto / Aber was Gnad haben ſolle / vnd wem Gott Gnad gönnen woͤlle / auch im vnerforſchlichem Rhat gegoͤnt oder geordnet al⸗ bereit habe / der gehoͤre vnter ein auſſerleſen Heuff lein / auff wel⸗ ches allein Gott habe Gnade geordnet in Chriſto / ſeinem Son / vber die andern alleſampt ſeye ewiger Haß vnd Zorn geordnet / dahin ſie auch ſollen erſchaffen ſein / vnd geordnet ſein worden von Ewigkeit her / Da es auch allzeit mit Zen brenne vnd braß
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Gollsleſlerũ
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Euangelium⸗
Fol 7. 8.


