Warnung wider D. Oſianders Predig
iſt/ ſo wirſtu nicht allein verſtehn / ſondern auch greiffen můſſenſ was er im Finſtern mauſe mi dem wort / Fᷓuͤrgezogen. Denn das wil er / das Gott vnter Jacob vnd Eſau den einen habe zum Leben / den andern zur Hellen haben woͤllen / vnnd daſſelbig auß lauterem oder vnerſorſchlichem Luſt / Vnd da er es alſo gewolt / auch geſchloſſen / da habe er Jacob fuͤrgeʒogen / Nemlich zum Leben / demEſau aber im heimlichen Rhat einen Stoß auff das Gnick geben zur ewigen Helle vnd Verdamnuß.
Zum fuͤnfften / Es ſolte wol D. Dſiander fur ſein Predig⸗
text vñ hernach in beweiſung ſeiner verſtuͤmpelten Gnadenwahl
den Spruch / welchen ſie am meiſten fuͤhren/ herfuͤr gezogen ha⸗ ben / Jacob hab ich geliebet / Eſau hab ich gehaſſet / Aber er war viel zu glantzet vnd viel zu hell / ſeinen Betrug zu verber⸗ gen / vñ hette hernach der gut Herr Doctor nicht koͤnnen mit ſei⸗ nem Grund (wiewol er auch daſelbſt mit Boſſen vmbgehet) her fuͤr komen / Das Goit alle Menſchen geliebet habe. Derhalben ſe nimpt er den Spruch / ſo neheſt darbey iſt / vnnd alſo iauier: Der Groͤſſer wird dem Kleinern dienen. Vñ machet ſein Schlußrede darauß: Derhalben ſo hat Gott in Chriſto we nig Menſchen zum Leben begnadet / oder in jme in die Gnadenwahl komen laſſen / Vnd das dieſes ſein Schlußre de ſeye / auß demſelbigen Spruch / das beweiſt das gantze Buch / Wie deñ auch ſeine Auslegung vber das 9. Capitel zum Rom: da ſeine Wort alſo ſtehen: Maior ſeruiet minori, id eſt Eſau; qui primogenitus erit ſubijcietur minori, nempe lacobo: Hic conſe- uetur veram benedictionem cœleſtem.
Zum ſechſien / Geht ſein Gleichnuß dahin mit zweyen Die⸗
rol. 7. ben ( iſt ein Gleichnuß / welche die Caluiniſten bißher allezeit im Gleichniſ Maul gefuͤhrt haben) Da auß freyem Willen des Herrnj einer von zweiẽ wird ledig gemacht
vnd der ander an den liechten Galgen gehen cket. Dieſe Gleichnuß baſſierte ʒwar ja weñ der Herr kein Sch uld vnd Vrſach tregt an dieſen beyden Dieben / das ſie
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