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Von der Gnaden Wahl.
was ſein Sone mit ſeinem vergoſſenen Blut erworben hat. Iſt aber ſoiche Auslegung mehr denn falſch / Denn ſie widerſtredet dem gantzen Euangelio / Auch beyden Gleichnuſſen / da dieſer Spruch angezogen wird / Darzu hat das Wort iuros zu deudſch / auſferwehit / Das iſt lieb / werth vnd angeneme / viel ein anderen Verſtand / weder die Heuptfrage iſt in dieſem Streit / da man gerne nachleſſet vnd niemands darwider iſt / das wenig Gleubiger / lieber / vnd angenemer / gehorſamer Kinder Gottes ſind. Die Frage iſt aber / Ob GVDtt von Chriſti wegen wenig Menſchen zum Leben erwehlet vnd verordnet hab / Vnd ob die⸗ ſer Spruch ein ſolche Lere zeigen ſolle? Darvon leſe weiter D. Luthern inder Haußpoſtil / gedruckt zu Jehna vñ zu Nuͤrnberg) wirſt gerad das widerſpiel finden.
Zum dritten / ſind das ſeine wort: Gott habe auſs dem Fol: d⸗
gantzen Menſchlichẽ Geſchlecht ein Kirchen / (Er ſolt jagen / etliche wenig Menſchen) vnd Gemeine erwehlet / Es heiſſet / Goet hat in Chriſto dem Heyland vnd Leben der gan tzen Welt alle Menſchen erwehlet vnd geordnet / das ſie genieſ⸗ ſen vnd brauchen ſolten / was Chriſtus fuͤr ſie gethan hat / Aber
es thun nicht alle was ſie thun ſollen / Darumb koͤnnen auch ni⸗
cht alle Menſchen Glieder der Kirchen ſein. Es heiſt nicht / das er nur wenig Menſchen / auß dem gantzen Menſchlichen Ge⸗ ſchlecht / dahin auſſerleſen vnd erwehlet hab.
Zum vierden / ſagt er fein ſeuberlich vnd heimlich / das es nie⸗
mand horen ſol/ Gott habe den Jacob dem Eſau fuͤrgezo Jacob fůͤr gen. Wie fuͤrgezogen? Mein Herr Doctor / da ſolt man nicht gezoßen.
mummen / vnd cuſimuſi machen. Ja / Er ſagt / Paulus rede al⸗
da vom cwlgẽ Leben / Nemlich / das Gott eiliche dahin furgeʒo⸗ Fol. 22
gen (Mercke es wol) vnd geordnet hab in Chriſio zum Leben / Die andern niemaln dahin geornet / gemeint vnd fuͤrge
zogen / ſondern allezei dahinden gelaſſen. Beſihe nun ſeine Wort vber das 9. Cap: zun Romern / Wie hie vor


