Von der Gnadenwahl ·
minos / oder ſolche ſchone glantzende Sprach vnd Rede/ die auff e nig erwch
ſeiner Lere Grůnden ſtehi / Vñ ſagt darfur / Goit habe jme von Ewigkeit eine Kirchen erwehlet / jme ein Haͤuff lein erwehlet.
Das heiſt ʒwar wol / Gott habe nur wenig vnd nur etlicht Men ſchen erwehlet / vnd in Gnaden vmb Chriſti willen jnen das Le⸗ Fot. 3. ben geſchenckt. Aber er darff die Sprach nicht gehn vnd nicht Fol. 3.
klungen iaſſen auff dißmal/ wie die Caluiniſten thun / Deñ es iſt in vnſeren Kirchen ſchrecklich zu horen / verwicklet vnd vemum met es derhalben das viel einfeltigen Chriſten gedencken ſollen! jme ſeye nur vnd allein vmb das zu thun / das er leren wolle / es ſeyen vnter dem groſſen Hauffen alleʒeil gar wenig / welche Ch⸗ riſtum annemen / vnd dem jenigen folgen / darzu ſie von Goti in Chriſio begnadet / verſͤhnet vnd verordnet waren / vnd alſo ſelig
werden.
Solche dicke Nebel vnd Finſternuſſen in einer Lere / die man offenulich vnd ohne ſchew / wenn ſie ein Lere des Liechts were / be kennen ſolie / ʒeigen an den finſteren Geiſt auß weichem ſie ko⸗ met / zeigen an ein boß Gewiſſen / welches ſich des Fluchs vñ ver maledeyung vber die Caluiniſche Lere theilhafftig macht / Zei⸗ gen an boſe vnd vngewiſſe Gruͤnde des Heyls vñdes Lebens / Zei
gen muwillige Vrſachen / Verfolgung inder Chriſtenheit / wi⸗
der reine Lerer anzurichten.
Was der rechte Heuptſtreit ſeye in der Lere Von der Gnaden Wahl.
N dieſen dreyen Stůcken iſt kein Streit vberal⸗ Warinnt Erſtlich / das die Gnaden Wahl vnd Verordnung zum kein ſtreyð Leben / ſeye ergangen von Ewigkeit her. Zum anderni ſeye.
das dieſelbige anders nicht / denn allein in Chriſto / der durch ſei⸗ nen Tod vnd Gnugthuung vns zu Gnaden gebracht hat / ergan gen ſeye. Zum dritten / das welcher die Gnade des Lebens vnd
der Selikun haben wil / das er ſie durch den Glauben bey Chri⸗ B ſo in


