1. Cer⸗ 1
Zuc. J.
2. Reg.· 5.
Sochʒeit Predigen des Wolgebornen Serm/ Serm
Dann ob wol dergleichen Ordnung Gottes vor Menſch⸗
licher vernunfft ein gering vñ kindiſch anſehen haben: So
ſollen wir doch allwegen wol bedencken / das der Her/ der
ſolche Mittel zu vnſerm ewigẽ heil geoꝛdnet / vñ kein Kind ſey. Dann die Gottliche Toꝛheit (ſprickt S. Paulus) iſt weiſer / dann die Menſchen ſein: Vnnd die Göttliche ſchwacheit iſt ſlercker / dann die Menſchen ſind. Das iſt: Db wol Gottes Wort vnnd Werck vor Menſchlicher weißheit / Lauter Torheit ſcheinet: So ſtecket doch vil groͤſſere Weißheit darhinder / dann wann die Weltliche weißheit alle jr kunſt vnd wi herfuͤr ſuchet. Darumb wire es den Phariſeern nicht vnbillich ves wiſen/ das ſie mit frer vernunffi den Tauff Johannis / anſahen / vnd jnen ſelbſten zum ewigen verderben / verachteten. Dann alſo ſagt der Euangeliſt Lucas: Die Phariſeer vnd Schriffigelehrten verachteten Gottes Raht / wider ſich felbſt / vnd lieſſen ſich nicht von Johanne Tauffen. Diſe verachtung des Goͤtt⸗ lichen Rahts /hat ʒwar vnſerm Herin Goit im Himel nit geſchadet/ iſt aber den Phariſeern zur ewigen verdamnuß
gereichet. Nembt ein Exempel auß der heyligen Schrifſt /
die zeitliche geſundheit beireffent: darauß leichtlich abzunemen / wie es auch mit der geyſtlichen geſunthei ein geſtalt hal. Als Naheman ein Syriſcher Hauptman auſſetzig war / vnnd zum Propheten Eliſa kam das jn der⸗ ſelbige ſolt von ſeinem Auſſat reinigen: Da ließ jhm der Prophet ſagen / er ſolt ſich ſibenmal im Jordan waſchenl fo wurde er vom Auſſatz rein werden. Natman aber zirnet vber den Propheten vnd ſagt: es weren wol beſſere waſſer in Syris / dann der Jordan im Königreich Iſratt. — a


