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Ein Ermahnung vom Ehestand : Sambt einer Predig, von der Geistlichen Eheuerlobung, zwischen dem Herrn Christo, vnnd seiner Geliebten Gemein : Bey dem Hochzeitlichen Ehrnfest, deß Wolgelbornen Herrn, Herrn Georgen Ludwigen von Freiberg, Freyherrn zu Justingen vnd Opfingen, [et]c. Vnd des Wolgebornen Frewlins Barbara Gräuin zu Eberstein, [et]c. : Gehalten zu Justingen, den 5. vnd 6. Aprilis, Anno 1589 / Durch Lucam Osiandern, Doctorem, Würtenbergischen Hofpredigern
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Georgen Ludwigen Fe eyherin / zu Zuſting Ahe.

zeigt der Her: Chꝛiſtus die vrſach an. Warumb diſe an⸗ dere geburt geſchehen muͤſſe / nemlich / weil vnſere Erſte ge⸗ burt fleiſchlich vnnd ſindlich iſt. Darumb ſagt er: Was vom fleiſch geboren iſ / das iſt fleiſch / vnd was vom Geiſt geboꝛẽ wirt / das iſt Geiß / dz iſt ſounl geſagt: Der Menſch iſt ſeiner erſten Geburt nach gantz fleiſchlich geſinet: Das ticten vnd trachten ſeines Hertzens iſt nur boͤſe von iugent auff: Aber fleiſchlich goſinet ſein iſt ein feindſchafft wder Gott: Vnd kan Gott an einem ſolchen Menſchen kein ge⸗ fallen haben. Sol er aber Goit dem Herin gefaͤllig wer⸗ den / ſo muß er ein geiſtlicher Menſch werden / der geyſtlich geſinet werde. Daß geſchicht aber im heyligen Tauff / da der Menſch auß Waſſer vnnd Geyſt wider geboꝛen / vnnd

ein liebes kind Gotteswirt. Hie moͤchte jemand gedencken: Wie kan ein wenig Waſſer zur vernewrung / widergeburt / vnd ſeligkeit etwas thun oder wircken. Es berurt doch nur euſſerlich den Leib / vnd nicht das Hertz ? Antwoꝛt. Wann der heylig Tauff nit von Chꝛiſto eingeſetzt befolhen weßre·auch di Git⸗ liche verheiſſung nit dabey wehre / das vns Goet wolle ſelig machen durch dieſes Bad der widergeburt / ſo were Jader Tauff anderſt nichts / dañ als ein ander gemein Waſſer anzuſehẽ. Dieweil aber Gottes gebott vnd verheiſſung da⸗ bey iſt / das wir den heyligen Tauff als ein Bad der wider⸗ geburt gebꝛauchẽ ſollen / ſo wil ſich nit gebuͤren / dz wir allein auff das Waſſer nicht auch auffdz woꝛt ſehen dieſes Sacrament fuͤr ein ſchlecht oder vnnotwendig werck haltẽ: Dañ alſo wurdẽ wir Gott vnſerm Heren ſein? Goͤttlichen raht verachtẽ / vns ſelbß zum ſchaden ewigem verderben · E Dann

Gen · 6. 8.

Rom. 8⸗

Ob der Waſſer tauff konne et⸗ was zu vnſer ſeligken wärck⸗ M⸗