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Ein Predig Avß dem vierten Capitel des Euangelisten Matthei : Von den Versuchungen Christi : Darinnen auch gehandelt würt, von der Person Christi, Vnd von den gantzen, halben, vnd haimlichen Zwinglianern : Gehalten auff der Fürstlichen Vestung Hohenasperg, den 12. Februarij, Anno 1581 / Durch D. Lucam Osiandrum, Würtenbergischen Hofpredigern
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Verſuchungen Chꝛiſti. zaͤchtigen. Nichts deſto weniger wirdt er vnderweilens auch in die Rhaãt / zu groſſen ſachen (die jhm nicht ʒu⸗ uerhalten ſein) gezogen. Er vnderſchreibt auch etwo in

wichtigen hendeln einen Befelch. Es geſchicht aber nicht jederzeit/ ſonder wann es die notturfft erfordert:

ſonſten enthelt er ſich dergleichen hendel / biß er in ſein voͤllige Regirung eintrit. Vnnd bleibt gleichwol hie

zwiſchen ein Hert / vber ſeine Land vnd Leut / vnd ſene

Vnderthanen vnnd diener erkoͤnnen jhne auch fuͤr jren Herin / thund jhm reuerentz / vnnd warten gebůrlich

auff jhne. Alſo war auch Chꝛiſtus / nach ſeiner Heili⸗ ge Menſchheit / vomerſtẽ tag ſeiner Menſchwerdung / ein geborner Herꝛ / ober wol im ſtand ſeiner Nidri⸗

gung / in der Knechts geſtalt/ nit jeder zeit alles ge⸗ wuͤſſt/ oder ſein Gottliche Krafft allwegen erzeigen

woͤllen.

Diſe beide Staat / oder Stend Chtiſti / ſollen

billich die Chuiſten wiſſen· vnd mit fleiß vnderſcheiden /

welche ſtuck vnd werck in Chꝛiſto zu der angenommen Knechtsgeſtalt (welche er widerumb abgelegt) gehoͤ⸗ ten: vnnd welche zu ſeiner Herꝛligkeit vnnd volkom̃en Regierung gehoͤrig. Vnnð iſi nicht recht gehandelt / wann man mit denen ſachen / ſo ʒu ſeiner Knechtsge⸗ ſalt gehoͤren / jme im ſtand ſeiner Hertligkeit ein ein⸗ griff thun wolte· Gleich wie es auch vnrecht were / wañ man mit dem Stand ſeiner Herꝛligkeit die Knechtsge⸗ ßalt die er ein zeitlang vns zu gutem getragen) ber⸗

laugnen