Verſuchungen Chꝛiſti. zaͤchtigen. Nichts deſto weniger wirdt er vnderweilens auch in die Rhaãt / zu groſſen ſachen (die jhm nicht ʒu⸗ uerhalten ſein) gezogen. Er vnderſchreibt auch etwo in
wichtigen hendeln einen Befelch. Es geſchicht aber nicht jederzeit/ ſonder wann es die notturfft erfordert:
ſonſten enthelt er ſich dergleichen hendel / biß er in ſein voͤllige Regirung eintrit. Vnnd bleibt gleichwol hie
zwiſchen ein Hert / vber ſeine Land vnd Leut / vnd ſene
Vnderthanen vnnd diener erkoͤnnen jhne auch fuͤr jren Herin / thund jhm reuerentz / vnnd warten gebůrlich
auff jhne. Alſo war auch Chꝛiſtus / nach ſeiner Heili⸗ ge Menſchheit / vomerſtẽ tag ſeiner Menſchwerdung / ein geborner Herꝛ / ober wol im ſtand ſeiner Nidri⸗
gung / vñ in der Knechts geſtalt/ nit jeder zeit alles ge⸗ wuͤſſt/ oder ſein Gottliche Krafft allwegen erzeigen
woͤllen.
Diſe beide Staat / oder Stend Chtiſti / ſollen
billich die Chuiſten wiſſen· vnd mit fleiß vnderſcheiden /
welche ſtuck vnd werck in Chꝛiſto zu der angenommen Knechtsgeſtalt (welche er widerumb abgelegt) gehoͤ⸗ ten: vnnd welche zu ſeiner Herꝛligkeit vnnd volkom̃en Regierung gehoͤrig. Vnnð iſi nicht recht gehandelt / wann man mit denen ſachen / ſo ʒu ſeiner Knechtsge⸗ ſalt gehoͤren / jme im ſtand ſeiner Hertligkeit ein ein⸗ griff thun wolte· Gleich wie es auch vnrecht were / wañ man mit dem Stand ſeiner Herꝛligkeit die Knechtsge⸗ ßalt die er ein zeitlang vns zu gutem getragen) ber⸗
laugnen


