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Ein Predig Avß dem vierten Capitel des Euangelisten Matthei : Von den Versuchungen Christi : Darinnen auch gehandelt würt, von der Person Christi, Vnd von den gantzen, halben, vnd haimlichen Zwinglianern : Gehalten auff der Fürstlichen Vestung Hohenasperg, den 12. Februarij, Anno 1581 / Durch D. Lucam Osiandrum, Würtenbergischen Hofpredigern
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Ein Pꝛedig von den

wann er gewolt / vnnd wie es damaln ſein beruff er⸗ fordert hat. Er hat ſich aber deſſen (wie droben auch angeregt) nicht allwegen vernemen vnnd mercken laſ⸗ ſen / ſondern denſelbẽ mehrentheils bißin ſein dreiſſigf jar hinderhalten / vnnd vnder der Knechtsgeſtalt ver⸗ boꝛgen. Gieich als wann etwo ein Her: durch frembde Land zeucht / vnd will nicht bekandt ſein ſo gibt er ſich nicht für ein Herin auß / ſetz ſich nicht oben an / ſonder laſt ſeinen dienernden fuͤrzug/ vnnd laſt die diener ſein ott einnemen / er aber fiellet ſich / als ob er auff ſie be⸗ ſcheiden / vnnd jhr aller Knecht were. Dartumb ſagt

merio Chriſtus von jhm ſelbſt alſo: Des Menſchen Son iſt

nicht kommen / das er jhm dienen laſſe ſondern daser diene / vnnd grb ſein Leben zur bezalung fuͤr vil. Ja⸗ das wir ein beſſer gleichnuß fuͤr die Hand nemmẽ: Ein geborner Fuͤrſi / iſt ja ein Her: ober ſein Land vnd Leut / ſeine vnderthanen vnd dlener ſeind jhm alle gelobt vnd geſchwoꝛen ob er wol noch vnder den Curatoren iſi: zur ſelbigen ʒeit noch nicht volkom̃enlich Regiert / di weil er noch Minorennis iſt. Hleruon ſchreibt S. Gelet. Paulus alſo: So lang der Erb ein Kind ift / ſo iſt vnder jhm vnnd einem Knecht kein vnderſchid / ob er wol ein Her: iſt aller gůter ſonder er ift vnder dẽ Fuͤrmundern

vnd Pflegern / biß auff die beſtimpte ʒeit voin Vatter. Daher kowpt es / das ein junger Her (ehe er inſein

võlige Reglerung eintrit) leden muß / das hmeder Præreptor vnd Hoffmeiſier einreden / ja wol auch jnt

zuchtjgen.