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Ein christliche Leich-Predigt, bey der offentlichen Begangnuß vber dem seligen Abschied auß diesem Leben, Weilandt der Durchleuchtigen, Hochgebornen Fürstin vnd Frawe, Frawen Christinæ, geborne[n] Landtgräffin zu Hessen, Gräffin zu Erbach, [et]c. Deß Wolgebornen Herrn, Herrn Friderici Magni, Graffen zu Erbach, vnnd Herrn zu Breuberg [et]c. gewesener Ehegemahlin, Christseliger Gedächtnuß : welche den 26. Martij, des Morgens frühe, vmb 5. Uhr zu Erbach im Herren Christo seliglich entschlaffen vnnd folgends den 5. Apr. zu Michelstatt Christlich zur Erden ist bestattet worden: Jm Jahr Christi 1596 : gehalten zu Darmstadt in der Pfarrkirchen / durch M. Iohannem Angelum, Superintendenten vnd Pfarrherrn daselbsten
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Vorrede.

WVnd dieweil E. G. vielgeliebtes / hochloͤbliches Ehege⸗ maͤhlein ſeliger nach jrem Tauffnamen ein rechte Chriſtliche Chriſtina geweſen / ſo jederzeit Chriſtum in jhrem ſeligen Hertzen gehabt vnd getragen: ſo ſollen wir derſelbigen ſo viel deſto mehr von Hertzen gönnen / daß ſie jetzt bey dieſem jrem vnd vnſerm Erloſer vnd Heylandt / dem threwen HErrn Je⸗ ſu Chriſto in der ewigen Frewd vnnd Seligkeit lebet: darinn eine Stundt beſſer iſt / als hie tauſend Jahr ! auch imaller gluckſeligſten Stand ſeyn moͤgen.

Ibr einiger liebſter Schaßz den ſie im Wort vnd hoch⸗ wirdĩgen Satramenten ſo embſiglich in jhren jungen vnnd geſunden Tagen geſuchet / mit dem ſie ſich hie ʒeitlich im H. Geiſterfrewet vnd ergetzet / vnd auff welchen ſie auchfrolich geſtorben vnd abgeſchieden / der zeiget jhr jetzunder die reiche ſelige Schatzkammer Gottes / mit allen jhren himmliſchen / ewigen / vnaußforſchlichen vnd vnauß ſprechlichen Reich⸗ thumben: nicht allein aber dieſelbige bloßlich anzuſchawen / ſondern auch deren nach allem jrem Wuͤndſch / mit Frewden vnd Wonnejmmer vnnd ewiglich zu genieſſen. Da ſihet ſie gegenwaͤrtig das ewige Gut/ Chriſtum Jeſum / Theſaurum omnium Theſaurorum maximum & opulentiſſimum/ in aller ſeiner Klarheit / Maieſtaͤtt vnd Herrlichkeit: jhr ʒur e⸗ wigen Frewdvnd Seligkeit / Job · i9 · darinn vornemlich die ewige Seligkeit beſtehet / wie der H. Auguſtinus bezeuget.

Dbaber wol das tödtliche Scheiden ſonderlich bey Jun⸗ gen Chriſtlichen Eheleutlein (deren Hertzẽ mit ehelicher/keu⸗ ſcher / reiner / vngefaͤrbter Liebe wolzuſam̃en gerahten )mehr dann hertzlich vnd ſchmertzlich wehe thut: So iſt doch diß wi⸗ dervmb der froliche Haͤupttroſt / Widerkommen macht / daß ich Scheidens nit acht. Dann / Gott Lob / wir wiſſens auß

Gottes Wort / auß den feſten Prophetiſchen vnd Apoſtoli⸗

a iij ſchen

Iob.9.

Auguſt lib. 22.de ciuit. Dei, cap. 29